Schlafen am Meer in Samoa

Samoa – wenn der Tag mit Morgenschwimmen, warmem Regenguss und frischen Papayas beginnt

Keine Hoteltürme, Strandliegen oder Starbucks.

Niemand dreht dir Armbänder oder eine Rückenmassage an. Niemand möchte dich unbedingt mit dem Taxi irgendwohin schaffen oder dich zu einem Bungeesprung von der Brücke überreden.

Samoa hat sich in den letzten zwanzig Jahren kaum verändert. Du profitierst vom schwachen Wifi-Signal und kannst die Seele baumeln lassen.

Ein saftiges Grün zieht sich durch die Landschaft. Kokosnüsse fallen dir buchstäblich in die Hand. Und du kannst dir unter Wasserfällen den kühlen Guss übers Gesicht fließen lassen.

Upolu, wo die meisten Einwohner leben und Savaii sowie kleinere teils unbewohnte Inseln bilden die westliche Inselgruppe Samoa. Um Upolu und Savaii führt eine einzige Straße mit nur wenigen Abzweigungen.

Stau, Gedränge oder Hetzerei kennt man nicht.

Sonnenuntergang Suedsee

Strand in Savaii

Ostkueste Uplou

 

VON PAPAYAS, KOKOSNÜSSEN UND BROTFRÜCHTEN

Morgens gibt’s gekochte Eier, Papaya und Ananas mit selbstgemachter Marmelade. Die Früchte sind süß, reif und saftig.

Ich erinnere mich, wie ich hüfttief im Wasser hocke und die Kokosnuss von dem Baum da drüben ausesse. Ich konnte mit dem Finger auf die Kokospalme zeigen. Transportweg: zwei Fallsekunden.

Die Kokosnuss kommt als Milch, Fruchtfleisch oder Soßenbindung in vielen Gerichten vor. Milchprodukte sind weitestgehend unbekannt.

Abends gibt’s Fisch, der in der Nacht zuvor gefangen wurde. Angler fahren nach Mitternacht mit dem Boot raus. Wacht man nachts auf, erkennt man den Strahl der Taschenlampe irgendwo in der Ferne. Auch hier wieder landet der Fang nahezu direkt auf dem Teller. Und das schmeckt man.

Beilagen bilden Kochbananen, Brotfrucht oder Taro. Taro ist eine Brotwurzel, deren Blätter gedünstet lecker mit einer pikanten Kokoscreme gefüllt schmecken. Die Tarowurzel selbst ist eine stärkehaltige Frucht und für die Samoaner was für Italiener die Pasta ist.

Damit alles besser die Röhre hinunter rutschen kann, werden zwei Biersorten in Samoa gebraut – Taula und Vailima. Beim Vailima haben die Deutschen sogar mitgemischt. Alle 400m gibt es Kioske. Die meisten haben bis spät abends geöffnet und verkaufen über ein Ladenfenster Wasser, Seife oder geröstete Erdnüsse. Ist der Laden unbesetzt, klopft man einfach am Fenster.

Verkauf von Taro und Brotfrucht

Fisch auf Samoa

 

SAMOANISCHE KULTUR

Samoaner sind kräftig gebaute, wohlgenährte Menschen. Männer werden im jungen Alter normalerweise komplett zwischen Bauchnabel und Knie tätowiert – vorn und hinten. Die Motive sind geschwungene Formen wie Fische, Muscheln oder Schildkröten. Jedes Motiv hat eine tiefe Bedeutung und erzählt eine persönliche Geschichte.

Diese Art der Tätowierung hat eine lange Tradition und ist tief in der samoanischen Kultur verwurzelt. Die Tinte wird genauso traditionell mit Nadeln, die an einem Stock befestigt sind, in die Haut gehämmert.

Generell fand ich, dass Samoaner leise und langsam sprechen. Mit Englisch kommt man gut klar. In manchen Dörfern auf Savaii und touristisch weniger besuchten Orten helfen jedoch nur Hände und Füße.

Interessant und kaum im Geschichtsunterricht angeschnitten wurde die Tatsache, dass Samoa von 1900 bis 1914 deutsche Kolonie war. Vereinzelt trifft man auf Samoaner mit deutschen Vorfahren. Als Deutsche wurde ich in Samoa immer mit einem freundlichen Lächeln willkommen geheißen.

Erst vor neun Jahren wurde der Rechtsverkehr mit einem Kirchengongschlag auf den Linksverkehr umgestellt. Am nächsten Tag musste man mit einem Fahrzeug mit dem Lenkrad noch auf der linken Seite nun auf der Gegenspur fahren.

Boot nach Manono Island

Samoa vom Flugzeug

 

GEPFLEGTE VORGÄRTEN

Keine zehn Minuten mit dem Shuttle vom Flughafen unterwegs, fallen mir die gepflegten Vorgärten auf. Auch auf Land, das keinem gehört, zieren sich Blumenbeete am Straßenrand. Alles wächst und gedeiht und blüht in kräftigem Lila und Orange.

Ich ließ mich aufklären. Zweimal im Monat gibt es eine Garteninspektion. Eine Gruppe aus dem Dorf macht einen Kontrollrundgang und besichtigt jeden Vorgarten. Schriftlich festgehalten wird die Bewertung und auch, was bis zur nächsten Gartendurchsicht verbessert werden muss.

Die Wohnhäuser sind flach aber von der Grundfläche groß gebaut. Meist gibt es eine Terrasse. Auffällig sind die Grabsteine Familienangehöriger vor den eigenen Häusern. Mehrere Generationen teilen sich ein Haus und geschlafen wird für Gewöhnlich auf dem Boden.

gepflegte Vorgaerten in Smoa

Fale in Manono Island

Gruenes Samoa

 

ÜBERNACHTEN IM FALE

Wer Samoa besucht, muss in einem Fale übernachten. Das sind offene Hütten auf Stelzen am Strand, die mit Vorhängen aus Kokospalmenblättern abgedunkelt werden können. Diese Holzbungalows sind typisch für die Südseeinsel. Meist befinden sich fünf bis zehn Fales an einem Strand. Bei Flut steht man mit einem Sprung aus der Haustür schon mal im Wasser.

Matratze reingelegt, Moskitonetz aufgespannt und die Jalousien aus geflochtenen Blättern hochgebunden und die Wohnung ist einzugsbereit. Es gibt keine Möbel und zentrale Waschräume teilt man mit anderen Gästen. Die Holzbungalows werden von Familien betrieben. Ich hatte ein gutes Gefühl, Einheimische zu unterstützen und mein Geld nicht an eine Hotelkette zu verlieren.

Die Übernachtung kostet umgerechnet 30 Euro inklusive Mahlzeiten. Ein paar extra Tala gehen für Schnorchel oder Kokoswasser drauf. Mehr braucht man für den perfekten Strandtag nicht.

Am Strand zu schlafen offenbart auch Luxusprobleme.

Die Wellen rauschen und branden und halten mich die Nacht wach. Fales sind nicht verschließbar. Einige Türchen lässt man für eine frische Brise offen. Im Halbschlaf und sich nur auf Geräusche verlassend kommen einem schon komische Fantasien.

Fales in Samoa

Sonnenuntergang Samoa

Fale in Upolu

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