Fischermans Bastei Budapest

Eine Reise ins Märchenland nach Budapest

„Wenn du Prag magst, dann wirst du Budapest lieben“ gab man mir auf den Weg mit.

In der Tat haben beide Städte vieles gemein. Budapest und Prag liegen beide am Fluss, der die Städte zweiteilt. Beide haben weitläufige und hochgelegene Burgenviertel, welche tolle Blicke auf die Skyline am anderen Flussufer bescheren.

Die Aussicht reicht über Kirchendächer, Turmspitzen, massive Museen und alte Brücken. Bei Nacht werden die Monumente angestrahlt und die Lichter spiegeln sich auf der Flussoberfläche. Das nächtliche Stadtbild wirkt harmonisch und friedlich, das Nachtleben ist breit und bunt.

Wie in Prag ziehen sich auch durch Budapest die Straßenbahngleise. In beiden Innenstädten zeugen die vielen Statuen, Gedenktafeln und Plätze von der Geschichte.

Fischerbastei
Heldenplatz

ICH FÜHLE MICH SOFORT WOHL

Bereits nach einem kurzen Spaziergang am Freitagabend nach meiner Ankunft und ein paar Wortwechsel mit den Ungarn merkte ich, dass das hier meins sei.

Es war wohl die Warmherzigkeit der Ungarn, wie sie weltoffen und freundlich mit Touristen kommunizieren, die zu meinem sofortigen Wohlsein führte.

Vielleicht waren es auch die jungen Leute, die ausgelassen durch die Straßen sprangen. Voller Lebenslust. Die Kleidungsstile sind teilweise mutig, aber kreativ und zeugen von Charakter. Die Nischengeschäfte in ruhigen Gassen zeigen ebenso, dass in den Köpfen der Entrepreneure sehr viel Innovationsgeist steckt.

Budapest Ankunft

Ich genoss die kosmopolitische Atmosphäre sehr. Um nur ein Bespiel zu nennen: In Budapest gibt es ein Robotercafe. Kaffee und Kuchen wird vom Roboter-Barista auf einem Tablett an deinen Tisch serviert. Diese Zukunftsorientierung begeisterte mich, machte mir aber auch Angst.

Robotercafe Budapest

DIE STADT DER HEIßEN QUELLEN

Auf Reisen – und besonders intensiv empfand ich das in Neuseeland – begeistern mich Naturphänomene, die weit über den visuellen Sinn aufgenommen werden können.

Budapest ist eine Stadt auf heißen Quellen. Entlang des Donauufers tritt durch einen Spalt in der Erdkruste mineralhaltiges heißes Wasser aus. Zusammen mit der orientalische Hamam-Kultur wird den Touristen als auch den Einheimischen in Form von Thermalbädern eine einzigartige Erholung Mitten in der Innenstadt geboten.

Das Széchenyi-Heilbad ist das bekannteste und daher immer gut besucht. Einheimische bestätigten mir auch, dass das das schönste Bad in Budapest sei.

Trifft man sich in Prag in der Kneipe oder in Phuket zum Schachspielen auf dem Marktplatz, so scheint hier in Budapest das Thermalbad sozialer Treffpunkt zu sein.

Széchenyi-Heilbad

BUDAPEST HAT SEINEN EIGENEN TOUCH

Auf Citytrips ist es immer interessant zu sehen, auf welche Art die Städte einen Reiz bei mir bewirken. Was bedeutet die Stadt für die Menschen, die hier leben? Oft kann ich das auf Gemüse- oder Flohmärkten erkennen, aber auch auf belebten Busbahnhöfen oder im Sommer bei Open-Air-Konzerten.

Budapest ist perfekter Nährboden für die Entstehung von Ruin Bars. Das sind alte Wohnhäuser, die zu Bars oder Clubs umgestaltet wurden. Naja eigentlich wurden sie nicht umgestaltet. Man findet eine durchgesessenen Couch, neben Stühlen, die optisch gar nicht zusammenpassen oder Puppen, alte Monitore und Fahrradräder an den Wänden. Das Zeugs provoziert berechtigterweise die Frage „Was zum Teufel soll das da?“.

Die Clubs sind ein Erlebnis. Sie werden von Einheimischen wie auch Besuchern so angenommen, wie sie sind: heruntergekommen, widersprüchlich und schillernd, aber cool und voll angesagt. Die Atmosphäre ist locker, die Kleiderordnung ebenso und das Miteinander zwanglos und natürlich.

Ruin Bar Szimpla Budapesst

WIE IM MÄRCHENLAND

Der Wasserdampf schwingt über den heißen Quellen am Széchenyi-Heilbad. Bei Plus zwei Grad bilde auch ich eine dampfende Wolke, sobald ich aus dem 30 Grad heißen Wasser steige. Erst einmal ausruhen und zur Minibar. So lässt sich die Stadt genießen.

Budapest hat mich verzaubert.

Die Fischerbastei ist dann wohl das Märchenschloss mit zarten weißen Türmchen und Fensterchen, die sich von Buda auf den Stadtteil Pest richten. Im Sommer ist sicher die Aussicht klarer und man kann schöne Bilder ohne dicke Winterjacke machen.

Blick auf Fischerbastei

Im Napozórét Park laufen Einheimische und Besucher auf Eis. Das ist keine solch kleine Eisbahn, in der man mit der Masse wie in einer Wäschetrommel mitgetragen wird. Die Eislaufbahn in Budapest ist riesig und wirkt wie eine Eisdecke eines natürlichen Sees. Mit Lichterkugeln im kahlen Geäst nebenan wirkt die Atmosphäre sehr harmonisch.

Eislaufbahn Budapest
Heldenplatz Budapest

Die Budapester scheinen nicht sehr abhängig von der Metro zu sein, wie es in Prag der Fall ist. Die unterirdischen Haltestellen sind daher nicht überlaufen, viel kleiner und sogar etwas niedlich.

Die Decken sind niedrig und die Wagons rustikal. In New York wurden einmal die nostalgischen Züge aus alten Zeiten eingesetzt. Daran haben mich die Wagons hier in Budapest erinnert. Die Türen dröhnen laut und rattern, wenn sie schließen. Die Wagons selbst sind nichts für große Leute. Man muss aufpassen, dass man sich in den Festhalteschlaufen nicht erhängt.

Great Market Hall Budapest

Dem kalten Winter wirkt eine schöne deftige Gulaschsuppe mit einem Gläschen puren Becherovka aus dem Nachbarland entgegen. Die ungarische Küche ist sehr schwer, gut und scharf gewürzt sowie reich an Fleisch und Wurst.

Meat Markt Budapest

Ich verlasse die Stadt mit einem zufriedenem Gefühl und dem Gedanken, irgendwann vielleicht im Sommer noch einmal wiederzukehren.

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