Sonnenuntergang Waikiki

Weiter im polynesischem Dreieck – Aloha Hawai‘i

Und plötzlich so viel von allem – Läden, Kreuzungen, Surfer, Fahrzeuge, Menschen. Mit Direktflug von Westsamoa auf die hawaiianischen Inseln bin ich immer noch in den Weiten des Pazifiks unterwegs, aber zwischen den Inseln liegen Welten.

Ich muss erstmal dieses Übermaß verkraften. Hawaii ist meine letzte Station bevor es nach 14 Monaten wieder zurück nach Deutschland geht. Ich finde es aber angenehm hier im Touristenhub Waikiki. Denn immerhin muss ich mir hier keine Sorgen um nichts machen. Alles funktioniert ohne viel zu recherchieren oder umher zu laufen. Egal wo man in Waikiki ist, ist ein ATM in Sichtweite. Überall gibt’s Coffee to go, auch dort, wo man es nicht erwartet. Busfahrer halten sich an einen Fahrplan und Haltestellen sind sichtbar ausgewiesen. Und mit Plakaten über Happy Hour und Hula Dance wird der Abend ohne viel Mühe von selbst geplant.

Waikiki Palmen Strand

Strand bei Nacht in Oahu

 

KEINE TYPSICH ISOLIERTE INSEL

Auf dem Weg vom Flughafen ins Touristenparadies Waikiki flasht eine sechsspurige Autobahn wohl die meisten Touristen, die – wie ich – träumten, durch Palmenallees chauffiert zu werden. 6 Spuren, das sind 12 Spuren nebeneinander und das mit einer Fläche, die es noch nicht einmal auf die halbe Größe von Malle schafft.

Hawaii tanzt mit vielen ihrer Eigenschaften aus der Reihe. So ist die Tropeninselgruppe zwar 50. Bundesstaat der Vereinigten Staaten, gehört aber wie auch Neuseeland, Fidschi und Samoa zum polynesischen Dreieck.

Honolulu City

 

ALOHA UND HULA HULA

Was Bula in Fidschi ist, ist Aloha in Hawaii. Begrüßt oder verabschiedet man jemanden, sagt man Aloha. Ganz allgemein steht Aloha für Liebe oder die Sympathie. Der Aloha Spirit bezeichnet dabei eine Lebenseinstellung, im Einklang mit dir selbst und der Natur zu leben.

Hula Hula kennt man auch in Deutschland. Der Tanz hat sich aus polynesischer Tradition herausgebildet und erzählt immer eine lebendige Geschichte. Die Hände werden sachte in sich ineinander gedreht und die Hüfte klickt geschmeidig von links nach rechts. Die ruhigen Bewegungen des Hula hatten mich überrascht, da Fidschianer und Samoaner mit ihrer Kriegsbemalung heldenhaft auf den Boden stampfen und sich vom Publikum ordentlich anheizen lassen. Auch die Kiwis tragen ihren traditionellen polynesischen Tanz eher verfochten und provozierend aus.

Den Polynesiern gleich ist ihre handwerkliche Geschicklichkeit und ihre Kreativität, aus Nichts ein wahres Kunstwerk zu basteln. Hawaiianer flechten gern Körbe, Haarbänder oder Fecher mit allem, was die Natur hergibt: Blumen, Gräser oder Muscheln. Die Blumenketten haben es als Billigware aus Kunststoff auch in deutsche Läden geschafft. Macht man es hawaiianisch, benutzt man frische Blüten und fädelt sie zu einer Kette auf. Das entstandene Kunstwerk nennt man dann Lei.

Waikiki in Hawaii

Farmers Market Waikiki

 

HAWAIIANISCHE ESSKULTUR

Dass Hawaii zwar Teil der Vereinigten Staaten von Amerika ist, aber vom Rest des Landes immerhin fünf Flugstunden entfernt liegt, zeigt sich auch in der Esskultur.

Starbucks und Applebee’s gibt’s, aber kaum ein Besucher, ob Pauschalurlauber oder Rucksacktourist, macht um die hawaiianischen Gerichte einen Bogen.

Absolutes Nationalgericht ist Poke. Das ist ein Salat aus rohem Fisch mit einer Marinade aus Sojasauce und Sesamöl. Auf Reis mit Acocados serviert ist das ein Traum.

Nicht ganz so traumhaft finde ich Spam Musubi – eine Sushi-Rolle, die anstatt Fisch Fleisch beinhaltet.

Loco Moco ist der Beweis, dass man alles zu einem Gericht kombinieren kann, solange es Abnehmer gibt. Auf Reis wird ein Spiegelei, eine Frikadelle und Soße angerichtet.

Zum Nachtisch gibt’s Shave Ice. Man schabe aus einem Eisblock feien Raspeln und mische Speisefarbe und -geschmack unter und voila – buntes Eis mit Geschmack. Nicht gesund, aber einfach, originell und bei 35 Grad im Schatten ganz angenehm.

Übrigens bietet die meisten Gerichte To Go der ABC Store an. Auch sonst gibt’s dort alles, was das Touristenherz erbittet: Von Sonnencreme über Salami, Bananen und belegtem Baguette über Kühlschrankmagneten bis Kräuterschnaps. Mindestens an jeder Ecke und in jedem Ressort in Waikiki befindet sich solch ein gut ausgestatteter Tante Emma Laden.

Poke roher Fisch auf Hawaii

 

WAIKIKI UND DIE TOURIS

Ob das Diamand Head zum Erklimmen oder Hanauma Bay zum Schnorcheln ist. Schnell und easy von der Touristenhochburg Waikiki zu erreichen tummeln sich hier die Toursitenschwärme. Leider erfolglos, ein ruhiges Plätzchen für ein Foto zu finden.

Die Hauptstadt Hawaiis – Honolulu – erinnert mich an Miami City. Ab 16 Uhr werden die Irren und Freaks rausgelassen. Bis auf Pearl Harbor ist Honolulu nicht weiter interessant.

Im Norden der Insel Oahu ist der Ansturm nicht ganz so groß. Surfer suchen die perfekte Welle. Kulinaristen suchen die Food Trucks in Haleiwa. Abenteurer erwandern die nicht unkompliziert zugängliche Westküste und alle anderen sind an der Ostküste mit tollen Stränden gut aufgehoben.

Diamond Head Hawaii

Honolulu

 

VULKANGEFORMT

Wie die meisten Inselgruppen des polynesischen Dreiecks ist auch die Hawaii Inselgruppe vulkanischen Ursprungs. Dadurch entstanden Korallenbänke, aber auch die Krater und Vulkankränze, die man besteigen kann.

Es gibt viele anspruchsvolle Wanderungen, die über den einst gebildeten Kamm des Vulkanes führen, wie der Waahila Ridge Trail. Aussichtspunkte geht es hinauf oder steile Abhänge hinunter. Die meisten Wanderwegzugänge sind sogar mit dem Bus erreichbar.

Der Koko Crater Railway ist eine echte Herausforderung. Hoch geht’s eine ehemalige Eisenbahnstrecke, mithilfe derer während des zweiten Weltkriegs Bunker auf dem Gipfel beliefert wurden. Die Strecke biete heute zugleich für trainierte Sportler als auch für Aktivurlauber den Kick.

Waahila Ridge Trail

Koko Crater Railway

 

ABHÄNGEN UND DABEI GUT AUSSEHEN

Wenn du mal langsam aus der Hängematte musst, weil du sonst die Happy Hour verpasst. Wenn du größtenteils barfuß und nur im Notfall in Flip Flops gehst. Wenn der Obdachlose ganz gechillt und ohne Aufforderung für dich einen Drink aus dem Müll mitbringt und es auch in Ordnung ist, wenn du ablehnst. Wenn du noch mit Sand an den Füßen in einen Santa Clause Laden gehst und sechs Monate zu früh Christbaumanhänger mit Palmenmotiv kaufst. Wenn du jeden Abend neu überlegst, ob 14 Dollar für so eine mit Cocktail gefüllte ausgeholte Ananas gerechtfertigt sind, aber immer wieder ablehnst.  Und wenn du farbige Haarspangen kaufst, weil dich der Aloha-Spirit gepackt hat. Das alles, damit man nach der Rückkehr feststellt, dass man die Daheim gar nicht tragen kann. Und auch so, was in Hawaii abgeht, passiert so schnell nirgendwo.

Surfen auf Hawaii

Beach Volleyball in Hawaii

Morgens surfen, mittags den Beachbody zeigen und abends feiern. Sehen und Gesehen werden. Coolness verbreiten und das Leben genießen – damit lässt sich Maxime ganz gut beschreiben.

Inseln des polynesischen Dreiecks:

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