Wenn der Schwachsinn einen Sinn hat

Wenn der Schwachsinn einen Sinn hat

Was äußerst schwachsinnig und außerhalb meiner schöpferischen Gedanken zu sein schien, verwirklichte sich. Ich arbeitete vier Tage lang beim Grand Prix in Melbourne. Ich bin weder Mechanikerin noch Tuning-Lady. Ich bin ein Fan der Formel 1 und hatte einen kreativen Einfall.

Wir sollten viel öfter kreativ mit unseren Gedanken werden. Wir sollten sie nicht verbannen, sondern ihnen nachgehen. Vielleicht suchen wir zu oft nach dem Sinn einer Sache, anstatt den Spaß zu finden.

Was wäre, wenn ich einfach … ?

Haben wir nicht alle verrückte Ideen? Ab auf die Bucket-List damit.

Leider fehlt oft die Umsetzung. Und darum geht es in diesem Beitrag.

Wie alle meine Artikel entspringt dieser Schwachsinn mit Sinn aus persönlichen Erlebnissen, aus denen ich Denkanstöße formuliere. Wenn dich Autorennen weniger jucken und du vielmehr wissen möchtest, wie du einzigartige Erlebnisse herzaubern kannst, dann darfst du jetzt durch den Inhalt springen:

Meine Idee: Beim Formel 1-Auftakt dabei sein

Nicht als Zuschauer! Sondern als Marshall. Hautnah. Nur wenige Meter vom Track entfernt. Irre.

Ich schmunzelte selbst, als ich die Mail verschickte. Ich fragte an, ob ich als internationaler Volunteer beim Saisonauftakt 2015 in Melbourne unterstützen könnte? Es würde sehr viel für mich bedeuten. Ich bin ein großer Fan. Diese Mail verschickte ich ein Jahr vor dem eigentlichen Rennen. Die Zeit verging. Ich vergaß über meine verrückte Idee. Und dann kam die Bestätigung.

Ich flippte aus. Es hatte funktioniert. Wow.

Ich war gerade in Australien und richtete meine Reiseroute entsprechend aus. Ein paar Tage vor dem Rennen im März erreichte ich Melbourne.

Ich holte einen dieser orangfarbenen Overalls ab und probierte ihn an. Ich flippte wieder aus.

Regionale Rennen, Porschefahrten, Testings und Qualifyings strecken sich auf vier ganze Tage aus. Nach Feierabend des ersten Tages durchlief ich die Boxengasse. Ich flippte aus.

Vor dem Rennen am Sonntag winkte ich den Fahrern bei der Fahrerparade zu. Ich war ziemlich nah dran. Ich stand auf der Rennstrecke. Ich flippte aus.

Ich durfte die gelbe Fahne schwingen. Ich flippte aus.

Ein Teil der Organisation des Formel 1-Rennens zu sein ist unglaublich. Die Atmosphäre ist unbeschreiblich. Besonders in Erinnerung blieb,

  • dass ich im Hostel über Nacht mit der Formel 1-Kluft unterm Kissen schlief, weil ich halluzinierte dass sie jemand klauen würde
  • wie uns morgens nach dem täglichen Meetings ein Bus auf der Rennstrecke zu den einzelnen Stationen fuhr
  • wie wir uns zur Mittagspause alle im kleinen Zelt versammelten, jeder in seinem Overall und jeder mit seinem Sandwich
  • die Mittagshitze am Track und das Ausdünsten des Körpers in dieser Arbeitskluft
  • die Späße zwischendurch, den Einblick in die Hintergrundabläufe und die netten Bekanntschaften
  • wie mir ein Feuerwehrmann, dem ich während meines Streckenablaufs immer wieder begegnete, schon von Weitem zugewunken hat, als hätten wir schon Ewigkeiten zusammen gearbeitet
  • die Impression, dass Fans nach dem Rennen auf die Rennstrecke stürmten, nieder knieten, sie küssten und Steinchen aufsammelten

Und nicht nur einmal habe ich mich gefragt: „Was mache ich hier eigentlich gerade?“.

Ich fand, das coolste Strecken-Team von allen erwischt zu haben – ohne die anderen Teams zu kennen. Die alten Hasen imponierten mit Stories. Einige sind jedes Jahr als Fahnen-, Feuer- oder Streckenmarshall dabei. Eine Art Ritual.

Für sie war das Rennen zwar spannend, doch das Beiwerk eher nebensächlich. Umso amüsanter war es für sie, mich fast ausflippen zu sehen, mit eigenen Füßen tatsächlich auf der Pole Position zu stehen. Für mich war das neu.

Ich flippte aus.

Das hatte ich glaube ich schon erwähnt, dass ich ausflippte.

Auch wenn es ums Arbeiten ging, war es für mich eine sensationelle Angelegenheit voller Spannung. Ursprünglich war es nur eine Idee, doch dann wurde es zu einem wahrhaftigen Erlebnis. Ein Traum wurde wahr. Diese einzigartige Reiseerinnerung ist Teil der Blogparaden von „Choices-of-Life“ und „Lebst du schon oder träumst du noch?„.

Für den Spaß im Leben

Für Frohsinn und Gefühlsüberschwang sollten wir:

  • aktiv werden
  • neugierig werden
  • kreativ werden

1 aktiv werden

Es geht nicht darum, die Welt zu verbessern oder zu retten. Kopf bitte ausschalten.

Es geht darum, gespenstige Gedankenfunken festzuhalten. Und alles dafür zu setzen, dass aus diesem gespenstigen Funke ein irrsinniges Feuer wird. Da kann der slow travel noch so toll sein, wenn wir nur auf ihm rum sitzen.

Klar hätte ich als Eingangsbeispiel angeben können, die eigene Komfortzone zu verlassen und sein Leben komplett in die eigene Hand zu nehmen. Hier soll es nicht um Sinn gehen. Diese Endlosdebatte kommt sicher bald in einem anderen Artikel von mir.

Zunächst möchte ich es langsam angehen. Eine Idee. Ein Vorhaben, das wir an keine Bedingung knüpfen und nicht vorausschieben. Solche Ideen zum Inspirieren gibt es auf goodmorningworld.

Ich finde, wir sollten öfter den Adrenalinspiegel ansteigen lassen. Ich mach das auch viel zu wenig. Deshalb lese ich mir diesen Artikel gleich nochmal durch.

Den Kick findet jeder woanders. Denken wir mal darüber nach. Abenteuer ist nicht gleich Action ist nicht gleich Adrenalinkick.

Wir müssen selbst aktiv werden. Ob das, wie in meinem Fall, eine Mail ist oder ein 10-Punkte-Plan kommt darauf an, was wir erreichen wollen. Erreichen ist so ein strenges Wort. Ich sage mal, was wir erleben wollen. Denn es soll Spaß machen. Richtig?

Dein Kopf wirft gerade wahnwitzige Geistesblitze ab? Gut! Dann erstelle bitte jetzt eine Bucket-List. Eine Liste, die außerhalb deiner Komfortzone gilt. Wie du so ein Sammelsurium glorreicher Ideen aufbauen kannst, beschreibt Jan sehr gut. Schau mal hier rein. Der Name seines Blogs LEBE GEIL darf dich gerne motivieren.

Wenn du noch kein Fantasiegebilde hast, dann weiterlesen.

2 neugierig werden

Neulich schrieb ich darüber, ob es ein Reise-Gen gibt. Dieses Gen lässt uns wie irre von einem Ort zum anderen ziehen und das Heimkehren vergessen. Menschen mit diesem Entdecker-Gen DRD4-7R sind besonders neugierig und risikofreudig. Wenn du nicht weißt, was ich meine, dann schau nochmal hier nach.

Es geht um die Neugierde und den Erkundungsdrang.

Menschen mit hohen Dopaminwerten neigen den Forschern zufolge eher dazu, Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Einfach mal einer Idee nachgehen und danach denken: KRASS !!!

  • Neues kann spannend sein.
  • Neues kann faszinierend sein.
  • Neues kann belebend sein.

3 kreativ werden

Wofür kannst du dich begeistern? Was ist deine Leidenschaft? Was würdest du gern tun?

Wir sollten in bunten Facetten denken.

Wir sollten einen Gedanken zulassen, auch wenn er irre scheint. Gerade, weil er so irre ist, wäre es doch irre, wenn er sich bewahrheitet.

Wir müssen keinen Sinn dahinter finden. Dem Sinn des Lebens sollte man sich bewusst sein. Aber, Spaß ist doch gerade wegen der Abwesenheit von Sinn zum Spaß geworden.

Wenn du gar nicht weißt, was ich hier eigentlich von dir will und du selbst nicht weißt, was du hier eigentlich willst, dann schau mal hier nach: Neu hier? Dort gibt es eine Einführung über meine Seite.

Verrückte Erlebnisse sollten …

… nichts mit Geld, Erfolg oder Anerkennung zu tun haben

Einige fragten mich, ob ich bei der Formel 1 für meine Mitarbeit etwas verdienen würde. Die Frage müsste bestraft werden. Hallo? Ich stehe vier Meter vom Track entfernt. Ich konnte durch die Boxengasse laufen. Dafür zahlen Menschen Geld. Viel Geld.

Als würde ich mich Jahre später zurück erinnern: Damals, als ich einen Stundensatz von x Euro bekam. Das merkt sich mein Gehirn nicht.

Damals, als ich vier Tage lang nichts anderes machte, als den Track auf und ab zu laufen um überschwängliche Fans davon abzuhalten, nackt auf die Fahrbahn zu rennen.

Es war eine Hitze und meine Füße taten weh, aber eines kann ich sagen: Mehr Geld hätte dieses Erlebnis auch nicht würdevoller gemacht.

… nichts zu verlieren haben

Ich bin keine KfZ-Mechanikerin, habe mit Tuning nichts am Hut und auch keine Poster von den Fahrern tapeziert. Ich habe auch nicht vor, eines der drei Dinge zu machen. Damit standen meine Chancen, bei einem Event mitzumachen, wo es um Autorennen geht, eher schlecht.

Egal. Ich habe es einfach gemacht.

Ich habe die Organisatoren angeschrieben. Und es hat geklappt. Ich durfte als internationaler Volunteer beim Grand Prix in Melbourne dabei sein.

Einfach mal was machen und schauen, was passiert. Warum? Verlieren kannst du ja nichts. Richtig?

Die Tatsache, dass ich ein Streckenposten bei der Formel 1 in Australien war, wird mein Leben nicht in eine andere Bahn lenken. Ich bin dadurch nicht erfolgreicher. Es war ein Ereignis. Nur für mich.

Eine verrückte Idee, die uns keinen Mehrwert bietet, hat meist mit Spaß zu tun.

Wir tun uns schwer, eine Idee zu verfolgen. Ich müsste das auch viel öfter tun, aber ich lese den Artikel ohnehin noch einmal durch. Und dann kommen mir hoffentlich Geistesblitze ein. Wir tun uns schwer mit Entscheidungen oder Verantwortungen für uns selbst, weil wir Angst haben, etwas zu verlieren.

Schon mal daran gedacht, wenn es doch klappt?

… nichts Alltägliches an sich haben

Eine Idee macht sie deshalb so verrückt, weil sie einzigartig ist. Die Idee scheint außerhalb der Norm zu sein. Nichts, was wir alltäglich tun würden.

Und dann beugte sich ein junger Mann über die Absperrung. Ich dachte, er wollte sich die Sachen vom Leib reißen und wie ein Irrer über die Rennstrecke fegen. Nein. Er fragte, wie ich zu dem Job gekommen sei, weil es doch ziemlich ungewöhnlich war.

Erlebnisse sind deshalb in unseren Erinnerungen gespeichert, weil wir uns begeistern konnten, weil wir über uns hinaus gewachsen sind, weil sie einzigartig sind und weil sie uns einen Kick gaben.

Was hat dir einen Kick gegeben? Was sind für dich einzigartige Erlebnisse? Schreib es in die Kommentare!

12 Kommentare

  1. Super Artikel, Stefanie! Und echt geile Nummer, das mit der Formel 1. Ich find es cool, dass du es einfach probiert hast. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Das habe ich schon so oft im Leben festgestellt. Ich habe so viele Dinge versucht, bei denen ich dachte, dass die niemals klappen würden, doch am Ende hat es dann doch geklappt und das Gefühl ist einfach so geil, wenn man nicht damit rechnet. Lebe geil!

    • Hi Jan,
      danke dir. Bei deinen Worten fällt mir gerade das Bild mit diesen Kücken ein. Die stehen alle auf der Straße und eins versucht den Bordstein hochzuklettern. Alle dachten, dass das nicht geht, doch dieses eine Kücken wusste davon nichts und tat es einfach.
      In diesem Sinne…schöne Grüße, Stefanie

  2. Hey,

    richtig schöner Artikel, wirklich! Du hast recht, man muss einfach fest daran glauben dass man alles erreichen und machen kann und es dann einfach machen. Die meisten Grenzen setzen wir uns nämlich selbst durch unsere eigenen Gedanken… 🙂

    Liebe Grüße aus Mexiko,
    Melanie

    • Hallo Melanie,
      wahre Worte, die du da schreibst.
      Wenn wir unvoreingenommen gegenüber Neuem sind und es schaffen – wie du schreibst – die eigenen Grenzen zu überschreiten, nehmen wir entweder Herausforderungen an oder erhoffen uns dadurch einen gewaltigen Adrenalinkick.
      Beides stimmt uns froh.
      Beste Grüße nach Mexiko! (was für ein Reim zum Sonntag Abend…)
      Stefanie

  3. Eine sehr coole Erfahrung. Sowohl das „so nah dran sein“ als auch dass der Mut zu fragen belohnt wird:-)

  4. Liebe Stefanie, vielen Dank für den tollen Artikel zu meiner Blogparade „Lebst du schon, oder träumst du noch?“. Du zeigst, dass kein Traum – mag er noch so „verrückt“ sein – ein Traum bleiben muss.
    Ich habe deinen Artikel in der Blogparade verlinkt. Alles Liebe, Claudia

  5. Liebe Stefanie, dass eBook zur Blogparade ist nun online: https://lebensduft.net/2016/06/17/ebook-traeume-nicht-dein-leben-lebe-deinen-traum/
    Vielen Dank nochmal, für deinen tollen Blogbeitrag. Alles Liebe, Claudia

  6. Inspirierend, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Eine etwas neidvolle 😉 Gratulation fürs Umsetzen der Idee, einfach toll.

Schreib doch einen Kommentar