Nachhaltig reisen – 10 Tipps für achtsames Verhalten im Urlaubsland

Nachhaltig reisen – 10 Tipps für achtsames Verhalten im Urlaubsland

Viele schöne Orte auf unserer Erde sind bedroht – durch den Wandel des Klimas, den Anstieg des Wasserspiegels und der Industrialisierung durch den Menschen.

Aber vor allem sind Orte bedroht durch den Tourismus. Mit jedem Besuch eines Reiselandes hinterlassen wir Spuren. Mit einer Wanderung durch den Regelwald scheuchen wir Tiere auf. Wir hinterlassen Müll. Wir beklettern unvorsichtig alte Inkastätten. Wir geben den halben Teller des Hotelbuffets wieder zurück. Wir lassen Klimaanlagen unnötig auf Hochtouren laufen. Und duschen mal so richtig schön lange und heiß.

Wir sind ja schließlich im Urlaub!

Reisen ja, aber bitte nachhaltig und mit Rücksicht auf die lokale Kultur.

Mit nachfolgenden Tipps möchte ich erreichen, dass der ökologische Fußabdruck jedes einzelnen von uns in der Welt so klein wie möglich gehalten wird.

Wir müssen unseren Planeten schützen.

 

LISTE MIT BEDROHTEN REISEZIELEN

Im November rief ich zur Blogparade auf. Ich wollte von ReisebloggerInnen wissen, welche Reiseziele vom Aussterben bedroht sind?

In erster Linie dachte ich an den Klimawandel und politische Unruhen oder den Fortschritt, den das moderne Zeitalter mit sich bringt.

Traurigerweise hat der Mensch einen noch größeren negativen Einfluss hat, als mir bisher bewusst war. Direkt wirken sich ins Meer geworfene Plastikflaschen und unvorsichtiges Betreten von Korallenriffen aus. Indirekt führt z.B. die große Emission von CO2 bei Fernflügen zum Treibhauseffekt, welcher mitverantwortlich für die globale Erwärmung ist.

Es klingt wie ein Kreislauf: Schnell noch die schönen Orte anschauen, auch wenn man mit dem Besuch Spuren hinterlässt. Ja, wir sollten reisen. Es gibt so viele außergewöhnliche Landschaften, interessante Kulturen, leckeres Essen und spannende Lebensweisen – aber bitte mit Respekt!

Endlich aufzuwachen, bewusst zu handeln und nachhaltig zu reisen – das war mein Ziel mit dieser Blogparade.

Die Ergebnisse der Blogparade, 18 bedrohte Reiseziele, habe ich hier zusammengefasst.

Indonesien - ein bedrohtes Reiseziel

 

ROLLE DER REISEBLOGGER

Wir als Reiseblogger inspirieren und motivieren zum Reisen.

Wir schreiben über schöne Orte, die wir entdeckt haben. Nur schön reicht aber nicht mehr – die Leser wollen ungewöhnliche Reiseorte, unentdeckte Regionen und außergewöhnliche Ziele.

Und so werden off-the-beaten-track Destinationen schnell zu überlaufenen beaten-track Reisezielen. Schöne Orte möchte man aber auch teilen. Hier ist das Dilemma.

Vielleicht sollten wir als Reiseblogger mehr auf das nachhaltige Reisen eingehen? Solange bis sich ein Lerneffekt zeigt. Wir sollten noch authentischer schreiben. Und wir sollten nicht nur die Reisefotos veröffentlichen, die die Leser von uns erwarten. Wir sollten nicht nur das Schöne zeigen!

Vielleicht sollten wir als Influencer noch mehr Bewusstsein wecken? Wenn wir in ein fremdes Land reisen, dann sollten wir so wenig Spuren wie möglich hinterlassen. Wir sollten als Blogger noch mehr auf rücksichtsvollen Umgang im Reiseland aufmerksam machen.

Kürzlich habe ich einen Round-Up Post zusammen mit der Reisebloggerin Frau Wanderlust veranstaltet. Wir haben Reiseblogger und Reisebloggerinnen gefragt: Was wäre gewesen, hättest du niemals angefangen zu reisen? Durch das Reisen wächst man und so auch das Verantwortungsbewusst für Umwelt und Natur. Richtig?

Mit der Leidenschaft am Reisen sollte der Respekt für das Land und die Rücksicht auf fremde Kulturen (siehe auch low und high context Kulturen) und Lebensweisen wachsen.

 

UNSERE WELT IST EIN FASZINIERENDER ORT

Und das soll es auch bleiben. Wir reisen, um uns die Welt anzuschauen und nicht um sie zu zerstören.

Unser Spuren auf diesem Planeten sollten so klein wie möglich sein.

Muss man für einen Kurztrip unbedingt fliegen? Kann ich das Handtuch im Hotel noch einen Tag länger benutzen? Welches Trinkgeld ist im Gastland angemessen? Sollte ich eine Fahrradtour einem Helikopterrundflug vorziehen? Könnte ich die lokale Küche probieren anstatt Fastfoodketten zu unterstützen? Usw.

Leider passieren im Urlaub die meisten Nachhaltigkeitssünden.

Hier gibt es 10 Tipps für einen grünen Lebens- und Reisestil.

 

10 TIPPS FÜR UMWELTBEWUSSTES REISEN

Der Mensch müsste heute gebildeter als je und sich seines Handelns bewusst sein. Durch soziale Medien haben wir mehr denn je die Möglichkeit, zu Nachhaltigkeit aufzurufen und damit einen Lerneffekt zu erreichen. Oder?

Oder prallen Go Green Aktionen einfach an uns ab? Ist es die Informationsflut? Können wir nicht mehr entscheiden, was eigentlich richtig ist und was negative Konsequenzen mit sich bringt?

Etwas zu wissen bedeutet nicht gleichzeitig, auch folgerichtig zu handeln.

Nachfolgend einige Tipps zu mehr Achtsamkeit beim Reisen.

Auch wenn vieles bekannt ist – je öfter man es hört – macht es hoffentlich irgendwann Klick!

 

1 KEINEN MÜLL HINTERLASSEN

Mülltrennung und -verwertung ist in vielen Ländern erschreckend oder gar nicht vorhanden. Selbst oder gerade in einem entwickelten Land wie den Vereinigten Staaten, macht es mich wütend, wie viele Müllberge täglich produziert werden. Unnötige Verpackungen, Plastikteller und -flaschen werden aus Gewohnheit konsumiert und verwendet und … landen ohne nachzudenken im Müll.

Einige Tipps, um im Reiseland keinen unnötigen Müll zu produzieren:

  • Plastiktüten meiden (nicht nur in der USA, sondern auch in vielen Ländern Asiens bekommt man Plastiktüten an der Supermarktkasse) – besser eigene Stoffbeutel oder Rucksack mitführen. Was der Plastikwahn bewirkt, könnt ihr auf dem Reiseblog Couchabenteurer nachlesen.
  • Auf Langzeitreisen statt Plastikwasserflaschen Wasserfilter kaufen. In Australien und USA gibt es Trinkwasserbrunnen. Die Wasserflasche kann immer wieder aufgefüllt werden ohne unnötigen Müll zu produzieren.
  • Nichts in die Toilette schmeißen (Tampons, Abschminkpads, Haare, Zahnseide, Kondome und Medikamente). Diese Artikel zersetzen sich nicht und überleben den Weg bis zur Kläranlage. Dort müssen sie aufwendig entfernt werden. Reste im Trinkwasser bleiben dabei zurück und Ökosysteme werden gestört. Nachzulesen auf der Seite vom Umweltbundesamt.
  • Toilettenpapier gehört in asiatischen Ländern nicht in die Toilette. Die Rohrsysteme sind nicht dafür ausgelegt. Hinweise bitte nicht ignorieren. Besser das Papier in nebenstehende Behälter werfen. Gleiches gilt für Komposttoiletten in Nationalparks.
  • Beim Campen und in Nationalparks einen Müllsack mitführen.
  • Batterien – falls es keinen Sondermüll im Reiseland dafür gibt – wieder mit nach Zuhause nehmen und dort ordnungsgerecht entsorgen.

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2 AKTIVITÄTEN IM REISELAND ANPASSEN

Muss es immer Jet Ski, Wakeboard, Parasailing und Bungee Jumping sein? Respektiere die Umwelt!

Hier ein paar Tipps bei der Wahl der Aktivitäten vor Ort:

  • Beim Schnorcheln und Tauchen die Korallenriffe nicht mit nackten Füßen betreten. Sonnencreme auf unserer Haut ist schädlich für die Riffe und führt zur Korallenbleiche. Hier ein ausführlicher Arikel dazu.
  • Quads, Helikopterrundflüge und Motorboote fressen viel Strom. Besser auf umweltschonende Aktivitäten vor Ort zurückgreifen, wie Fahrradfahren, Skiken oder wandern.
  • Ortsansässige Touren nutzen um Land und Leute vor Ort zu unterstützen. Vielleicht ist die Wahl eines Reiseveranstalters statt Individualreise manchmal gar nicht so schlecht um jemanden an der Hand zu haben, der einem sagt, wie man sich im Reiseland verhalten sollte. Gerade wenn man das erste Mal in ein Land reist, macht es Sinn die Erfahrung eines Guides zu nutzen. Darauf achten, dass Veranstalter die Klimarelevanz transparent aufzeigen.
  • Ein Foto mit einem Tiger, einen Alligator auf dem Arm oder eine Schlange um den Hals macht sich doch auch gut als Profilbild. Den Tigern werden Schlafmittel gegeben. Delphine werden trainiert. Haikäfigtauchen – muss das wirklich sein? Pferdekutschen auf Gili T. Fremde Tiere im Urlaub zu bestaunen ja, aber am besten macht man das mit einem erfahrenen einheimischen Reiseführer. Mit dem Eintritt oder einer Vergütung für den Guide unterstütz man das lokale Vorhaben. Man trägt dazu bei, dass die Tour bestehen bleibt und vielleicht sogar ausgebaut wird.
  • Auf Wanderungen in Wäldern und National Parks die Lärmbelastung für die Tiere gering halten.
  • Aktivitäten meiden, die die Natur zerstören, z.B. kein Jetskifahren in Magrovenwäldern.

 

3 ERDGEBUNDENE TRANSPORTMITTEL BENUTZEN

Flugzeug und Schiff sind die umweltschädlichsten Verkehrsmittel. Sie verursachen Unmengen an CO2. Die ausgestoßenen Treibhausgase sind Hauptverursacher des Klimawandels.

Gletscher schmelzen durch die Erderwärmung. Strände werden durch den ansteigenden Meeresspiegel regelrecht verschluckt. Und Meerestiere sterben durch die steigenden Meerestemperaturen langsam aus.

Die Auswirkungen des Luftverkehrs auf den Klimawandel hat der Verkehrsclub Deutschland gut zusammengefasst. Hier zähle ich mich auch als Übeltäter, da ferne Reiseziele bisher einen Reiz bei mir auslösten.

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Als Langzeitreisender hat man einen entscheidenden Vorteil: Man hat Zeit. Muss man dann unbedingt das Flugzeug nehmen?

Ganz nach den Vorzügen des Slow Travel kann man auf lokale Verkehrsmittel, wie Busse, Züge oder Tuktuks oder Fahrradkutschen ausweichen. Unterwegs kann man die Stadt zu Fuß oder mit Fahrrad erkunden oder auf lokale Verkehrsmittel zurückgreifen, was die lokale Wirtschaft sehr unterstützt.

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Stichwort: Entschleunigung.

Langsam und bedacht reisen. So sieht man doch viel mehr vom Land. Man hat die Zeit, Fahrgemeinschaften zu bilden, sich mit anderen Reisenden zusammenzuschließen und ein Auto oder Taxi für alle zu nehmen.

Im Trend liegen momentan Micro-Adventures. Nicht an exotische ferne Reiseziele zu reisen, sondern vor der Haustür das Abenteuer zu suchen. Für einen Kurztrip oder Wochenendausflug muss man nicht unbedingt ins Flugzeug steigen. Ideen gefällig? Schau mal auf Microadventure für zwischendurch!

 

4 NACHHALTIGE UNTERKÜNFTE WÄHLEN

Große Hotelketten sind bekannt und haben einen guten Ruf. Leider sind All-In Hotels für die lokale Gemeinschaft wenig gewinnbringend. Sie können sich auf die Einheimischen sogar negativ auswirken.

Die einheimische Bevölkerung sollte vom Tourismus profitieren.

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Statt Hotel- oder Hostelketten ist es besser,  auf lokale und private Unterkünfte zurückzugreifen. Sogenannte Homestays sind toll um einen authentischen Blick ins Land zu bekommen. Die einheimischen Vermieter geben gern Ausflugstipps, zaubern ein lokales Frühstück, helfen beim Sprachgebrauch und laden vielleicht auch auf einen landestypisches Schnaps zum Abend ein.

Pensionen, die von Einheimischen geführt werden, sind nicht nur günstiger, sondern auch spannender. Man unterstützt die lokale Wirtschaft und zeigt sich verantwortungsbewusst.

Soll es trotz allem eine Hotelkette sein, sollte darauf geachtet werden, dass das Hotel nachhaltig zertifiziert ist, z.B. durch Green Key Global oder Green Globe. Das bedeutet, dass die Unterkunft u.a. umweltfreundliche Produkte verwendet und Müll recycelt.

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5 RESSOURCEN BEWUSST EINSETZEN

Seit der Industrialisierung werden durch den Einfluss des Menschen vermehrt Treibhausgase freigesetzt. Der Methan- und CO2-Ausstoß damals und heute bringt das natürliche Gleichgewicht der Atmosphäre durcheinander. Die Folgen sind Erderwärmung, Anstieg des Wasserspiegels, Schmelzen der Eisgletscher und Erwärmung der Meere. Laut Zeit.de ist die CO2-Emmissionen in den letzten drei Jahren zumindest nicht angestiegen.

Um nachhaltig mit Ressourcen umzugehen, ein paar Anregungen:

  • Wasser: Es ist rar. Besonders auf Inseln sollte sparsam mit dem Wasserverbrauch umgegangen werden. In Hotels oder Pensionen überlegen, bevor man Handtücher und Bettlaken in die Wäsche gibt. Mit täglich neuen Handtüchern steigt der Wasser- und Waschmittelverbrauch.
  • Strom: Ich beobachte Urlauber, die Fernseher laufen und Licht brennen lassen, wenn sie ihr Zimmer verlassen. Ganz nach dem Motto „hab ja dafür bezahlt“ wird unnötig Strom verbraucht.
  • Klimaanlagen: Eine Sache der Gewohnheit, wie ich finde. Gibt es keine Ventilatoren und ist es unvermeidbar, die Klimaanlage einzuschalten, dann bitte nur kurz, nicht auf höchster Stufe und als wichtigster Tipps, beim Verlassen des Zimmers gehört die Klimaanlage ausgeschalten.
  • Abgase: Flieger und Schiffe verursachen die meisten Emissionen im Verkehr. Um die Umwelt zu schützen, nach Alternativen für Flüge oder unnötig lange Autofahrten suchen (siehe Punkt 3).

 

6 LOKALE RESTAURANTS UNTERSTÜTZEN

Lokale Speisen und Getränke statt Burger, Pizza und belegte Brote. Erstens gibt’s das ja auch zu Hause. Zweitens unterstützt man die lokalen Restaurants.

Das Geld bleibt im Reiseland.

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Ich selbst bevorzuge den lokalen Suppenwagen oder den Grill am Straßenrand. Wem das gerade in Südostasien oder Südamerika zu viel des Streetfoods ist, kann alternativ in inhabergeführte Restaurants essen gehen. Damit wird die Wirtschaft des jeweiligen Reiselandes unterstützt.

Auf dem Reiseblog Flocutus hatte Florian zu einer interessanten Blogparade zum Thema Mein Essen ist nicht dein Essen aufgerufen. Zudem gibt er Tipps für die Landesküche unterwegs.

Üppige Buffets in All-Inclusive-Hotels verleiten dazu, den Teller zu voll zunehmen. Schade, wenn das Essen dann in der Tonne landet.

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7 DAS REISELAND RECHERCHIEREN

Zuhause wissen wir, was richtig und falsch ist. Für die Reise sollten wir uns informieren, z.B. darüber wie die Leute leben, wie fortschrittlich das Land ist, wie viel Trinkgeld angemessen ist, was erwartet mich, was muss ich beachten, welche Geschichte hat das Land und welche Rolle spielt der Tourismus?

Sich ein eigenes Bild machen. Nicht stur dem Strom folgen. Nicht allen herrlichen Urlaubsfotos Glauben schenken. Hinter die Kulissen des Paradieses schauen. Social Media Einträge kritisch hinterfragen und ein eigenes Bewusstsein entwickeln. Um nur einige dieser scheinbar paradiesischen Orte zu nennen: Gili Inseln bei Lombok, Maya Bay in Thailand oder Isla Holbox in Mexiko.

Zu den Gili-Inseln: Zuvor auf Bali hatte ich mich von schwärmenden Backpackern auch dorthin leiten lassen. Dort sei das Paradies. Da scheint die Zeit still zu stehen. Da sollte man hin. Strand, Hängematten, Party, Schnorcheln und Sonne klang doch gut. Ich war gespannt. Aber wurde leider enttäuscht.

Sind die alle blind?

Auf dem Wasser schwimmen Plastikflaschen und vergeblich suchte ich die schönen Korallenriffe, von denen alle schwärmten. Der Mensch hat diese einstig unberührte Sandinsel zerstört und macht damit immer weiter.

Wann wachen wir endlich auf?

Wenn man die Gili Inseln bereisen möchte, dann bitte mit Nachsicht und dem (Umwelt-) Bewusstsein, dass nicht alles so schön ist wie auf Instagram gepostet. Die Realität sieht leider anders aus.

Recherchiere so viel wie möglich über das Reiseland – über die Kultur, die Geschichte, Gewohnheiten und die Sprache. Mit dem Wissen über Land und die Leute kommt auch das achtsame Verhalten.

 

8 NICHTS TUN, WAS MAN NICHT AUCH ZUHAUSE TUN WÜRDE

Es sich im Urlaub mal so richtig gut gehen zu lassen und sich um nichts – rein gar nichts – zu kümmern. Das möchte jeder. Aber mal ehrlich!

Muss das Handtuch wirklich jeden Tag gewechselt werden – nur weil man nicht selbst waschen muss? Muss man die Klimaanlage den ganzen Tag laufen lassen, obwohl es zu Hause unüblich ist?

Muss der Teller am Buffet übervoll genommen werden, obwohl man bereits Sättigung verspürt? Muss man unnötig lange und heiß duschen? Und die Coladose irgendwo an aus dem Autofenster geschmissen werden, weil man gerade nicht weiß, wohin damit?

Anscheinend tun sich manche schwer, sich im Urlaub einzuschränken.

Schont die Umwelt!

 

9 WEITERGEBEN STATT WEGWERFEN

Nagellack, der nicht mehr gefällt. Ohrstäbchen im 200er Pack. Das halbvolle Glas Erdnussbutter. Oder die Winterjacke, die nicht mehr gebraucht wird. Diese Sachen müssen nicht im Müll landen. Andere brauchen sie vielleicht?

Besonders Langzeitreisende müssen ihren Kulturbeutel oft nachfüllen. Günstige Großpackungen können geteilt werden.

In Hostels und Pensionen gibt es in Küche und Bad oft ein Körbchen, wo man eben diese Sachen für andere hinterlassen kann.

Ist man am Urlaubsort mit Land und Leuten vertraut, kann man nicht mehr benötigte Kleidung oder Drogerieartikel auch an Einheimische weitergeben.

 

10 WEITERSAGEN STATT WEGSEHEN

Ich erinnere mich an eine Situation im National Park in Utah, wo mich eine Joggerin ansprach, ich solle doch mein Auto ausmachen. „Nicht länger als 30 Sekunden laufen lassen“, beratschlagte sie. Man weiß es, aber trotzdem war ich in dem Moment nicht umweltbewusst unterwegs. Ich hatte „kurz“ angehalten und den Motor laufen lassen um Fotos zu machen. Ich fand es sehr gut, dass sie mich drauf hingewiesen hatte.

Und so sollte jeder jeden zu einem bewussteren Reisenden erziehen.

Den Mund aufmachen, wenn wir Fehlverhalten sehen.

In New York habe ich regelmäßig Kollegen und Mitmenschen daran erinnert, dass Menschen woanders hungern. Ich musste beobachten, wie ein halber Teller Essen wieder zurückgeht. Hier und da mal probiert und rumgestochert. Gerade in den USA sind die Doggy Bags gang und gäbe, um sich Reste im Restaurant einpacken zu lassen. Viele sind sich dafür zu schade. Schade!

Ich muss fairerweise sagen, dass ich auch soziale herzensgute Menschen getroffen habe, die Essen an Obdachlose abgeben.

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Letzten Endes wollen wir alle reisen, Neues erkunden und Naturwunder entdecken. Nachhaltiges Reisen sollte dies nicht einschränken.

Nachhaltiges Reisen kann erlebnisreicher sein, da man intensiver mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt steht, Interesse für die Kultur zeigt, sich an lokale Umstände anpassen muss und vielleicht auf langsamere Verkehrsmittel zurückgreift.

Jeder Einzelne trägt dazu bei, dass unsere schönen Regionen auf unserer Erde auch für unsere Nächsten noch erhalten bleiben.

Was meinst du? Was ärgert dich unterwegs?

Wo siehst du sogar einen Lerneffekt? Welche Tipps hast du für nachhaltiges Reisen?

 

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12 Kommentare

  1. Hallo Stefanie,
    vor einiger Zeit habe ich auch schon mal einen Artikel zu nachhaltigem Reisen veröffentlicht: http://willkommenfernweh.de/nachhaltig-reisen/
    Mein Ansatz war zwar ein anderer, denn ich war schockiert über einen Bericht von Dirk Steffens über das Artensterben, in der Folge gehen unsere Gedanken und Ratschläge aber in dieselbe Richtung. Ein sehr wichtiger, schön ausführlicher und von dir gut recherchierter Beitrag!
    Was die Reiseveranstalter betrifft, gehe ich davon aus, dass in Deutschland nur ein sehr kleiner Teil auf Nachhaltigkeit vor Ort bedacht ist. Da liegt ein großer Vorteil von uns Individualreisenden, wir können Familienbetriebe und Einheimische für unsere Unterkünfte und Restaurants auswählen, nicht die Hotelketten.
    Jemandem, der sich generell gegen Fernreisen ausspricht, muss ich aber auch entgegen halten, dass (in die Ferne) reisen dazu beiträgt, umzudenken und die eigene Einstellung zu ändern, so wie es ja auch in deinem Roundup „Wie mich das Reisen verändert hat“ herauskommt. Reisen fördert die Entwicklung einer offenen und toleranten Weltanschauung sowie den Naturschutzgedanken, kann aber gleichzeitig zu Ressourcenverschwendung, Müll und schädlichen Emissionen beitragen. – Eine Ambivalenz, die meiner subjektiven „Reise-Fan-Meinung“ nach zu nachhaltigerem Reisen, aber nicht zur Abkehr vom Reisen führen sollte.

    • Hallo Klaus,
      danke für deine guten weiterführenden Gedanken. Besonders toll finde ich, dass du den Aspekt betonst, das Reisen keinesfalls zu minimieren um all die negativen Konsequenzen zu reduzieren. Reisen ist etwas Schönes und wenn man es mit Nachsicht auf Einheimische und unsere Nächsten tut, dann können wir alle davon profitieren.
      Dass gerade das Reisen das Bewusstsein für die Umwelt stärkt, teile ich mit dir. Wirklich schöne Gedanken!

      Viele Grüße,
      Stefanie

    • Ich bin deinem Link gefolgt und habe mir euren Nachhaltigkeitsbeitrag durchgelesen. Sehr schön! Im Fazit betonst du auch noch einmal, dass ihr einen Reiseverzicht als kontraproduktiv anseht.
      Danke für den Hinweis auf euren Artikel, der weitere hilfreiche Tipps für umweltbewsstes Reisen beinhaltet.

  2. Mich ärgert das mit dem Müll immer wahnsinnig. Ich werde nie verstehen, warum man einfach so ignorant sein kann und einfach alles stehen und liegen lässt.
    Ansonsten finde ich den Punkt mit den lokalen Restaurants auch sehr wichtig. Hat man ja auch schon so oft gehört, dass es da auch einfach besser schmeckt 🙂
    Viele Grüße
    Christina

    • Hi Christina,
      ja, die lokalen Restaurants bieten so viele Vorteile: ist günstiger, man lernt die Landesküche kennen und schätzen, man sitzt (je nach Art) mit Einheimischen am Tisch und es wird weniger Verpackung und damit Müll produziert als bsp. bei Fastfoodketten.

      Herzliche Grüße,
      Stefanie

  3. Pingback: www.gailtalontour.com – Gailtalblog - 11 einfache Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag - www.gailtalontour.com - Gailtalblog

  4. Hey Stefanie, das Thema Nachhaltigkeit ist so unglaublich wichtig. Zum ersten Mal richtig damit konfrontiert wurde ich bei meinem Thailand Urlaub… Ein so wunderschönes Land, aber mit einem absoluten Müllproblem… wenn ich dann seh, wie sich manche Urlauber verhalten, nämlich Müll genau dort fallen lassen wo sie stehen obwohl zwei Meter weiter eine Tonne steht, geht mir echt die Hutschnur hoch… finde es super, dass Du das Thema hier auch so deutlich ansprichst… es gibt so viele wunderschöne Orte die unbedingt geschützt werden müssen… LG Julia

    • Hallo Julia,
      ich finde auch, dass Thailand sehr von dem Tourismus eingenommen wird und das Land dadurch nicht nur Vorteile erfährt. Ich könnte mich über die Besucher ärgern, bei denen so rein gar kein Umweltbewusstsein vorhanden ist. Das kann doch nicht sein. So geht man doch daheim auch nicht um!

      Viele Grüße,
      Stefanie

  5. Hallo Stefanie,
    das ist ein klasse Beitrag mit vielen wichtigen Fakten. So habe ich vor ein paar Jahren auch gedacht und mich immer wieder geärgert. Bis mir eines klar geworden ist, aller Ärger bringt nichts. Es hilft nur, wenn wir umweltbewusst leben! Das wiederum geht nur in winzigen Schritten. Deshalb bezeichne ich mich selbst als Umweltsünde. Obwohl ich keinen coffee-to-go trinke und mit Restmüll kämpfen muss, obwohl ich meinen Müll aus den Gebirgen die ich besuche, wieder mitnehme, begehe ich Umweltsünden und werde es weiter tun. Worüber wir aber gemeinsam nachdenken können, ist über eine Prioritätenliste. Wo wir alle gemeinsam beginnen können, wo wir Menschen ansprechen können, wo ordinäre Menschen bestraft werden können.
    Viele Grüße
    Peter

    • Hallo Peter,
      dass jeder Einzelne Umweltsünden begeht und achte er noch so sehr auf Nachhaltigkeit und Schutz der Umwelt, damit hast du Recht. Du sprichst einen wichtigen Punkt an. Erst neulich habe ich einen interessanten Artikel gelesen, in dem stand, dass jedes geborene Kind zur Erderwärmung beiträgt. Leider weiß ich die prognostizierten Ausmaße nicht mehr, aber es hat mir zu denken gegeben, dass jeder einzelne von uns bewusst und unbewusst Spuren hinterlässt – nicht nur auf Reisen.

      Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Viele Grüße,
      Stefanie

  6. Hallo, ich finde auch dass Nachhaltigkeit auch im Reise-Alltag nötig und auch möglich ist, wenn auch vielleicht nicht ganz so einfach wie zuhause. Was mich aber ein bisschen irritiert ist, dass es hier nur um die Touristen geht. Meine Erfahrung in Kolumbien war allerdings, dass die Touristen (nicht alle, aber sehr viele, die ich getroffen habe) durchaus ein gewisses Umweltbewusstsein hatten, die einheimische Bevölkerung dagegen sich um Müllvermeidung oder solche Sachen gar keine Gedanken gemacht haben, obwohl sie ja quasi tagtäglich auf dem Müllberg leben müssen. Da wurde ich dann auch eher ausgelacht, als ich am Strand angefangen hab Müll aus dem Meer zu fischen und aufzusammeln. Ich war dann eben auch nur eine von diesen ‚komischen Touristen, die in den Urlaub fahren um fremden Müll zu sammeln‘. Das fand ich echt etwas strange…

    • Hallo Katarina,
      dass DU komisch angeschaut wirst, ist ja wirklich nicht zu fassen. Da sollten sich einige eine Scheibe abschneiden. Schade, dass dieses Bewusstsein so überhaupt nicht vorhanden ist. Gerade, wie du schreibst, weil sie auch in dieser Umwelt leben, sollte man meinen, dass sie eine gewisse Dankbarkeit für diese Art der Unterstützung aufbringen sollten.

      Viele Grüße,
      Stefanie

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