Mit minimalem Aufwand das Maximale erreichen – so ein Quatsch!

Mit minimalem Aufwand das Maximale erreichen – so ein Quatsch!

Tut mir leid!

Mit minimalem Aufwand ans Top-Ziel zu kommen, das geht leider nicht.

Du kannst mit dem kleinsten Budget nicht die Welt in vollen Zügen ohne Kompromisse bereisen. Auch wenn das viele Backpacker behaupten.

Du kannst mit minimalem Training kein maximales Muskelwachstum erreichen. Auch wenn die Werbung anderes verspricht.

Du kannst mit dem geringsten Arbeitseinsatz nicht das erfolgreichste Unternehmen in der Branche gründen. Auch wenn Ratgeber anderes behaupten.

 

DAS ÖKONOMISCHE PRINZIP

Was aber funktioniert ist das ökonomische Prinzip. Die Theorie verspricht, anhand des ökonomischen Prinzips produktiver und effizienter zu handeln.

Nach dem ökonomischen Prinzip sollen Aufwand und Nutzen optimiert werden:

  1. Mit minimalem Aufwand oder Mitteleinsatz ein vorgegebenes Ziel erreichen. Das ist das Minimalprinzip.
  2. Mit einem gegebenen Aufwand oder Mitteleinsatz den maximalen Erfolgt erzielen. Das ist das Maximalprinzip.

Die Volkswirtschaftslehre funktioniert nach dem Minimal- oder Maximalprinzip. Es besagt, dass Input und Output abhängig voneinander sind bzw. sein sollten.

In der Wirtschaft steht dem Kosteneinsatz die Produktionsleistung gegenüber. Diese Zusammenwirkung gilt es zu optimieren.

Das ökonomische Prinzip sollte – wie ich finde – auch in privaten und gesellschaftlichen Bereichen angewandt werden. Es lässt sich wunderbar auf persönliche Ziele projizieren, z.B. einen Marathon laufen, ein Sabbatjahr nehmen oder eine neue Sprache lernen und anwenden.

Einem bestimmten Aufwand soll ein bestimmter Nutzen oder Ertrag gegenüberstehen. Hier spricht man von Produktivität.

Wer nach dem Minimalprinzip oder dem Maximalprinzip handelt, handelt ökonomisch und damit effizient.

Salopp ausgedrückt: Man verschwendet keine Zeit, kein Geld und keine Nerven. Es gilt, das meiste herauszuholen und dem Ziel näher zu kommen ohne etwas zu tun, was so gar keinen Nutzen für das Ergebnis bringt.

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MINIMALPRINZIPMIT MINIMALSTEM MITTELEINSATZ EIN FESTGELEGTES ERGEBNIS ERREICHEN

Drei Beispiele hierfür:

  • Der Student, der nur so viel Zeit fürs Lernen investieren möchte, damit er besteht. (Mitteleinsatz: Zeit)
  • Der Hausbesitzer, der seine Küche renovieren, aber dafür so wenig Geld wie möglich ausgeben möchte. (Mitteleinsatz: Geld)
  • Der Hobbyläufer, der nur so wenig Training wie nötig investieren möchte um den Marathon zu schaffen. Die Laufzeit spielt keine Rolle. (Mitteleinsatz: Energie/ Körperkraft)

Schlüssel zum Erfolg: Kompromisse eingehen und Prioritäten setzen.

Man kann nicht in allen Lebenslagen perfekt sein.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Setze Prioritäten!

Wann kommt es nicht darauf an, das beste Festtagsmahl vorzubereiten, das schönste Geschenk oder die perfekt formulierte Mail zu schreiben? Wann kommt es nur darauf an, dass man die Gäste vergnügt, ein Geschenk dabei hat oder wieder von sich hören lässt? Wenn all das genügt, dann versuche, den Mitteleinsatz so gering wie möglich zu halten. Achte darauf, dass sich das, was du einsetzt und das, was hinten rauskommen soll die Waage halten.

Genügt es, ein bestimmtest Ergebnis zu erreichen, dann halte deine Zeit, den Aufwand, die Fahrtstrecke, das Geld oder die Recherchen so gering wie möglich.

Aufwand und Nutzen sollen nach dem ökonomischen Prinzip in optimalem Verhältnis stehen.

Ein minimaler Aufwand und ein maximler Nutzen funktioniert nur selten.

 

MAXIMALPRINZIPMIT GEGEBENEM MITTELEINSATZ DAS MAXIMALE ERREICHEN

Wir bleiben bei den Beispiele oben:

  • Der Student investiert täglich vor Vorlesungsbeginn am Morgen zwei Stunden fürs Lernen. Damit möchte er seine beste Note erreichen.
  • Der Hausbesitzer hat ein bestimmtes Budget zur Verfügung und möchte so viele Räume wie möglich renovieren.
  • Der Hobbyläufer investiert an fünf Tagen der Woche je drei Stunden für Lauf- und Krafttraining. Mit diesem Training möchte er die 42,2km in seiner persönlich schnellsten Zeit laufen.

Schlüssel zum Erfolg: Zeitmanagement und genaue Ressourcenvorausplanung.

Zeitmanagement lässt sich mithilfe von To-Do-Listen, einer genauen Definition des Ziels, der Eisenhower-Matrix oder der ABC-Methode lernen und optimieren. Zeit- und Selbstmanagement sind für alle Lebensbereiche anwendbar: auf Arbeit, für das Studium, für den Blog, Aufgaben im Haushalt oder bei der Reiseplanung.

Mit Ressourcenplanung meine ich, den vorgegebenen Mitteleinsatz klug einzusetzen. Aus einer Stunde soll das Maximale herausgeholt werden. Mit € 1.000 soll die beste Anschaffung getätigt werden.

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EFFEKTIVITÄT VOR EFFIZIENZ

Stelle bei allem was du tust oder auch bewusst nicht tust Aufwand und Nutzen gegenüber.

Das Minimal- und Maximalprinzip richtet darauf ab, Dinge effizient zu tun. Das heißt, produktiv zu sein.

Dem voran muss die Entscheidung stehen, welche Dinge eigentlich wichtig sind? Das heißt, effektiv zu handeln.

Effektivität heißt, die richtigen Dinge zu tun. Das ist die erste Überlegung!

Effizienz heißt, diese Dinge richtig zu tun. Das ist die zweite Überlegung!

Und welche Dinge richtig sind, sollten die wichtigsten Dinge in deinem Leben sein. Darauf sollten sich wiederum die größten Ziele in deinem Leben richten.

Wenn du deine Ziele kennst und weißt, wofür du kämpfst, dann kannst du leichter Entscheidungen fällen, je nachdem was dich näher an dein Ziel bringt.

Möchtest du minimalistisch leben, dann betreibe kein exzessives Shopping und miste deinen Kleiderschrank aus. Das ist Effektivität. Die richtigen Dinge tun. Wie du beim Ausmisten deines Kleiderschranks vorgehst bestimmt die Effizienz. Die Dinge richtig zu tun.

 

ZUSAMMENFASSUNG – PRODUKTIVITÄT STEIGERN

Wie kannst du produktiv sein? Hier zusammenfassend:

  • Effektivität: Die richtigen Dinge tun. Prüfe, ob du die richtigen Dinge tust, um deinen Zielen näher zu kommen.
  • Effizienz: Die Dinge richtig zu tun. Konzentriere dich darauf, dass du effizient handelst, d.h. Aufwand und Nutzen in ein optimales Verhältnis bringst (Produktivität).
    • Versuche, dein festgelegtes Ziel mit dem kleinstmöglichen Aufwand, Kosten oder Zeit zu erreichen (Minimalprinzip).
    • Oder versuche, mit einem festgelegten Budget, Arbeitszeiten, Ressourcen, Mitarbeitern oder Stunden an Freizeit das Meiste herauszuholen um den persönlichen größtmöglichen Erfolg zu haben (Maximalprinzip).
  • Prüfe immer wieder deinen Zielerreichungsgrad. Setze Meilensteine. Verschwende keine Zeit und keine Mühe. Sei produktiv. Handel ökonomisch. Prüfe, ob das, was du einsetzt und das, was du damit erreichen möchtest, in einem gesunden Verhältnis stehen.

Halten wir fest:

Es gibt kein Minimal-Maximal-Prinzip. Viele streben es an, die Werbung verkauft uns das gern und Ratgeber locken unser Interesse damit. Wie ich das übrigens in der Überschrift auch gemacht habe. Sorry!

 

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6 Kommentare

  1. Ein toller Artikel Stefanie!
    Ziele kennen, priorisieren, erreichen. Möchte auch nichts dazufügen, sondern den Artikel für sich so stehen lassen, wie er ist. Hast jetzt einen Newsletter-Abonnenten dazugewonnen. Immer wieder gerne hier.
    Gruss, Igor

  2. Hallo Stefanie,
    Eigentlich ist es ganz einfach und doch lassen wir uns immer wieder blenden von Versprechungen und dem Wunsch nach einem Lottogewinn bzw. unverdientem Glück. Dabei steckt Arbeit und Planung dahinter. Die Welt ist so bunt, viele wollen so viel, auch da muss man Kompromisse eingehen und Prioritäten setzen und die dann, so wie Du schreibst, durchsetzen. Gerade in dem Land, in dem Du Dich aufhälst, lernt man das. Finde ich.
    Weiter viel Erfolg beim Priorisieren, Zeitmanagement, Effizienz und Co. Und vergiss dabei nicht den asiatischen Touch „Der Weg ist das Ziel“ und genieße die Zeit auf dem Weg zwischendurch.
    Liebe Grüße, Barbara

    • Liebe Barbara,
      das hast du wirklich ganz nett geschrieben – nicht immer ganz so streng mit sich selbst zu sein und den Weg nach oben oder nach vorn zu genießen und die kleinen Etappen zu schätzen. Das sind wahre Worte.
      Danke für deine zusätzlichen Gedanken.

      Herzliche Grüße,
      Stefanie

  3. Liebe Stefanie,

    das sind tolle Zeilen – ein sehr inspirierender und gelungener Blickwinkel auf die Dinge! Es beginnt alles damit, sich klar zu werden, was man eigentlich will. Genau das ist oft so schwierig, finde ich. Du stellst genau die richtigen Fragen und dein Beitrag regt an, sich mit seinem Schaffen mal in Ruhe auseinanderzusetzen. Vielen Dank dafür 🙂

    Schöne Grüße sendet dir,

    Christin

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