Macht dich New York zum Arschloch?

Macht dich New York zum Arschloch?

Mittwochmorgens. New York City. Grand Central Station.

Die Rolltreppe funktioniert nicht. Ich laufe Stufe für Stufe hoch. Gar nicht mehr gewohnt. Hinter mir drückt jemand. Oben angekommen schnappe ich mir mein Mittwochs-Magazin. New York Time Out. Ich war spät dran. Normalerweise sind sie zu der Zeit bereits vergriffen. Aber heute sollte mich die Titelstory wohl erreichen:

Does New York make you an asshole?

Wow. Das ist direkt. Die Journalisten formulierten, über was ich mir die letzte Zeit Gedanken machte. Vielleicht nicht in der gleichen Wortwahl.

Does New York make you an asshole?

Eine Frage ohne Umwege. Freimütig. Offen ausgesprochen. Provokant.

Time Out Magazin NYC

Warum verdirbt dich New York? Verdirbt dich New York überhaupt? Wenn ja, wie lange dauert das? Und, kann man sich dagegen wehren?

Ich war gefesselt, sodass ich mir zum einen überlegte, meinen nächsten Blogartikel danach zu benennen. Zu anderen dass ich – noch während ich lief – zu blättern begann.

Wobei wir schon beim ersten Punkt wären:

 

DER NEW YORKER IM STRAßENVERKEHR

Auf Manhattans Straßen hat Multitasking nichts zu suchen. Läuft man, so läuft man. Man sollte in Gedanken nicht abwesend sein damit ein möglichst hohes Konzentrationsvermögen gewehrleistet werden kann. Denn das ist essential auf New York’s Straßen.

Es wird von vielen ignoriert. Sie nehmen die Herausforderung an und laufen und texten/lesen/unterhalten sich tiefgründig.

Allein ein Smartphone in der Hand macht dich noch nicht zum Arschloch. Solltest du viel langsamer als die Durchschnittsgeschwindigkeit unterwegs sein, Leute anrempeln oder dich anrempeln lassen, weil du plötzlich stehen bleibst – dann könntest du schon mal beschimpft werden.

Perspektivwechsel: Touristen, die sich mithilfe ihres Smartphones Orientierung suchen und mitten auf der Straße stehen bleiben und fotografieren, werden ausnahmslos umgerannt oder umgefahren. In dem Szenario wäre der Tourist das Opfer und …

…der New Yorker wieder das Arschloch.

Eines wird bereits deutlich: Es werden einem auf Manhattans Straßen viele Möglichkeiten geboten, sich unbeliebt zu machen. Absichtlich, provoziert, provozierend oder ungewollt.

auf den Straßen von New York CIty

Wohl nur in New York überholst du jemanden beim Laufen und schneidest wieder scharf ein. Wohl nur in New York drängelst du dich völlig legitim vor Wartende an der Fußgängerampel. Wohl nur in New York kannst du deinen chronischen Ärger und Frust mit Geschubbse und Gedränge offen rauslassen.

Wohl nur in New York nimmt man ausnahmlos an, dass andere die Fehler machen. Und dabei müssen sie erstmal das Gegenteil beweisen.

Wohl nur in New York verzichtest du auf die doch so freundliche amerikanische Verzeihung. Hört man ein „Excuse me“ doch, dann ist es rau und stumpf. In New York bedeutet es etwa: „Gehst du vielleicht mal rüber. Ich komme!“.

Auf meinem Weg von der Grand Central Station zur Arbeit passiere ich oft einen Mann, der mit einem umgehangenen Schild Werbung für das Restaurant macht. Es ist Rush Hour. Er grüßt alle Leute sehr nett. Die Leute ignorieren ihn. Letztens schaute ich ihn an und nickte mit einem „Good Morning“ zurück. Er rief mir freudig hinterher „Thanks for the smile young lady.“ Er war offensichtlich nur einen Monolog seinerseits gewohnt und erwartete auch keine entgegengebrachte Aufmerksamkeit in der morgendlichen Hektik. Und so schritt auch ich die letzten Straßenblöcke zum Büro mit einem Lächeln entlang.

Ich ertappe mich, wie ich mich in anderen Großstädten Amerikas New-York-verdorben auffalle. Mit ordentlich „ich-darf-das-ich-bin-New-York-gewohnt“ auf der Schulter, überquere ich arrogant die Straßen anderthalb Sekunden vor dem Umschalten der Ampel. Als New Yorker hat man es raus, die Ampelphasen genau zu beobachten. Anderthalb Sekunden mal – sagen wir – sechs Blöcke sind schon neun Sekunden, die uns eine Subway kosten könnten. Wir müssten zwei Minuten bis zum nächsten einfahrenden Zug warten.

Fatal.

Was direkt zum nächsten Punkt überleitet.

 auf den Straßen Manhattans

DER NEW YORKER IN DER SUBWAY

Ob Autobesitzer, Sportler, Obdachlose, Wall-Street-Manager – alle nutzen sie. Das führt zu Menschenansammlungen, die man sich nicht vorstellen kann.

In der Subway kann man mal so richtig Arschloch sein. Vielleicht muss man es auch? Ist es das, was New York aus uns machen?

Die Subway hält. Die Wagons sind bereits voll. Ich steige dennoch ein. Ich muss etwas schieben, was mich nicht beliebt macht. Schließlich könne ich doch auf die nächste Bahn warten. Ich befinde mich also im Wagon und nehme an, dass da niemand mehr reinpasst und hinter mir die Türen gleich schließen werden. Nun kommen aber noch drei Arschlöcher und schieben mich. Und stoßen und pressen. Festhalten ist nicht mehr möglich, aber auch nicht nötig, denn umfallen kann ich ja nicht.

Willkommen in New York City! Ein typisches tägliches Szenario.

Was an der nächsten Haltestelle passiert, ist offensichtlich. Leute von weiter drinnen wollen aussteigen. Leute von draußen wollen einsteigen, ignorieren das „Erst-raus-Dann-rein-Prinzip“ und verursachen ein Chaos.

Wer hier Arschloch-Charakterzüge hat? Natürlich die anderen.

Die Türen schließen und öffnen ein paar Mal, weil es immer noch Ungereimtheiten gibt, wer nun raus oder rein will.

Traurige Tatsache: Mit einem Engelblick geht man völlig unter und riskiert wohl bis zum Endhaltepunkt zu fahren, weil niemand das schüchterne „Excuse me“ wahrgenommen hat.

Rush Hour in der Subway macht dich zu einem harten Roudy.

Noch mehr skurrile, ohrenbetäubende und schauderhafte aber auch witzige Erlebnisse aus dem unterirdischen Verkehrslabyrinth New York’s habe ich hier zusammengetragen.

Gedränge in der Subway New Yorks

 

DER NEW YORKER BEIM EINKAUFEN

Ein „How are you?“ gibt es in New York seltener als in anderen Großstädten der USA. Im Vergleich mit Deutschland muss man sich da kaum umstellen. Schließlich werden wir von wildfremden Personen beim Einkaufen auch nicht angesprochen, wie wir uns denn heute fühlen.

In Amerika aber wohl. Außer in New York. In New York ist das anders.

Verliert sich doch mal ein „How are you?“, läuft man mit einem irritierten Blick einfach weiter, ignoriert den Fragenden und ist … das Arschloch. Was soll das? Gestresste New Yorker einfach anzusprechen. Das kostet wertvolle Zeit. Schließlich ist man doch gestresst. Hallo?!

Für Freundlichkeit hat man keinen Sinn. Wozu auch? Die Chance, dass man jemanden nochmal begegnet ist schwindend gering.

Time Square bei Nacht

 

DER NEW YORKER UND SEIN ANSEHEN

Der New Yorker ordert vom Smartphone sein Abendessen oder geht schick essen. Der New Yorker arbeitet hart, um sich ein überteuertes Zimmer ohne Fenster und ganze fünf Blöcke von der nächsten Subwayhaltestelle entfernt, zu leisten.

Es sind Menschen, die sich für ein Leben in Manhattan entschieden haben, aber motzen. Menschen, die nicht zugeben können, dass sie eigentlich nur für die Miete arbeiten. Menschen, die täglich mit der Subway fahren und es kaum erwarten können, sich die Hände nach dem Aussteigen zu desinfizieren.

New York auf Rooftop Bar

Menschen, die wegschauen, wenn Bettler auf dem Boden liegen, Frauen ein Lokal betreten und DVDs verkaufen wollen oder Blinde es in der Fußgängerzone schwer haben.

Diese Gesten machen den New Yorker wohl indirekt zu einem Arschloch.

Menschen, die das Überangebot in New York zu ihren Entscheidungsschwierigkeiten machen. Männliche Kollegen, die diskutieren, ob sie heute Mittag einen leichten Hühnchensalat essen sollen, eine japanische Suppe oder doch Sushi.

In einer Welt, die gefühlskalt und egoistisch scheint, in der das Elend übersehen wird, während man nach Prestige sucht. Eine Anerkennung, um dazu zugehören.

In einer Welt, in der man mit herrischer Sonnenbrille und Sakko nach etwas ausschauen kann, obwohl man eigentlich nur eines ist – ein A…

New York ist Leben

23 Kommentare

  1. Spannender Artikel. Ich war zwar noch nie in New York, aber ich glaube so oder so ähnlich fühlt es sich an, dort zu sein. Deine Bilder waren auch super passenden zum Geschriebenen. 🙂

    Liebe Grüße,
    Lynn

    • Hi Lynn,
      wenn du die Chance hast, für ein paar Tage nach New York zu reisen oder einen Stop-over zu verbringen, tu es. Die Stadt steckt voller Extremitäten, jeder Tag verläuft anders und es gibt eine Menge zu entdecken. Dieser Beitrag ist sehr rabiat von mir geschrieben. Ich denke, in der nächsten Zeit sollte ich mal auf die rosigen Seiten New York’s eingehen:) Denn diese überwiegen die Schattenseiten für mich allemal.
      Viele Grüße,
      Stefanie

      • Für mich waren es nur „rosige“ Zeiten in New York.Die Hilfsbereitschaft und die Freundlichkeit mit der ich konfrontiert wurde,da kann sich Deutschland ein ganzes Stück von abschneiden.
        Hier (Deutschland) wird doch nur gerempelt,missmutig rumgelaufen und mit einem Gesichtsausdruck wie 7 Tage Regen.Ich kann nur positives über New York und seine Bewohner sagen.
        Gruss Walter

        • Hallo Walter,
          freut mich, dass dir New York in solch guter Erinnerung geblieben ist. Ich bin mittlerweile auch wieder in Deutschland und mir fallen ganz klar auch Dinge oder Angewohnheiten auf, die ich hier nicht mag. Man wird immer vergleichen. So bringt das Leben in einer internationalen Stadt immer Erlebnisse, über die man staunt, an die man sich gewöhnen muss oder mit denen man vielleicht auch unzufrieden ist.

          Schöne Grüße,
          Stefanie

  2. Liebe Stefanie,

    es tut mir leid zu lesen, dass du so viele schlechte Erfahrungen in New York gemacht hast, die deinen Blick auf die Arschlöcher richten. Klar, so wie die sich aufplustern, fallen sie ja auch auf! Ich hoffe aber, du kriegst trotzdem auch was von der anderen Seite New Yorks zu sehen.

    Sobald ein Tourist einen Stadtplan zückt, sehe ich eigentlich immer jemanden fragen, ob er oder sie helfen kann. Wenn ich für ältere Leute oder Kinder in der U-Bahn den Platz freimachen will, liefere ich mir meistens ein Wettrennen mit anderen. Dort habe ich auch schon fallengelassene Handschuhe hinterhergetragen bekommen, und im Regen schenkte mir ein Unbekannter im Vorbeigehen seinen Schirm. Klar, ab und zu werde ich von anderen New Yorkern angeraunzt, und auch wenn mir dann ebenso wie dir der Ton nicht passt: In der Sache haben sie meistens recht.

    Viel leiser und vielleicht deshalb weniger leicht wahrnehmbar ist die dauerhafte Freundlichkeit: Mehr als 900.000 New Yorker haben sich laut einer Zählung der Stadt im Jahr 2015 ehrenamtlich engagiert – und dabei mitgezählt sind nur die Helfer in den großen Hilfsorganisationen, nicht die kleinen Gruppen. Wenn du Zeit hast, probier es mal aus – als „volunteer“ lernt man viele Nicht-Arschlöcher kennen. 🙂

    Liebe Grüße
    Petrina

    • Liebe Petrina,
      eines vorweg: Ich liebe New York mit all seinen Makeln. Denn gerade diese machen die Stadt einzigartig. Und ich glaube, viele New Yorker oder Zugezogene unterstreichen das.

      In einer Stadt, wo viele Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammentreffen, in einer Stadt, in der das unter- wie oberirdische Transportsystem aufs Maximum ausgereift ist und in einer Stadt, in der täglich mehr als 150.000 Touristen ankommen, ist Chaos vorprogrammiert – hektische Menschen, disziplinlose Menschen und frustierte Menschen. In Manhattan muss man sich auf den Straßen, in der Ubahn oder in Läden einfach durchkämpfen und grob und ungehobelt sein, daher die Titelfrage: Macht dich New York zum Arschloch?

      Ich finde, New Yorker sind verwöhnt, dass sie jeder Zeit rund um die Uhr einkaufen, trainieren oder feiern können. Alles ist auf den höchstmöglichen Komfort ausgerichtet. In dieser Stadt wird immer etwas für jeden geboten. Einmal in New York gelebt, kann ich mir vorstellen, ist es schwierig, sich woanders einzugewöhnen.

      Was wäre New York ohne Peoplewatching? Was wäre, wenn alle Rücksicht nehmen und sich unscheinbar kleiden würden? Dann würde New York etwas fehlen…und mir auch!
      Ich gebe dir Recht, es gibt genauso viele freundliche Menschen und ich treffe sie auch. Daher gibt es bald einen Artikel, der die Sonnenseiten von New York aufzeigt. Danke für den Tip, als Volunteer zu arbeiten. Ich denke, das sollte ich auf jeden Fall machen.

      Besten Dank für deine Gedanken und den Einblick als zugezogene New Yorkerin und herzliche Grüße,
      Stefanie

  3. Nice – das sind mal Zeilen, die New York von einer anderen Seite beleuchten. Sehr gelungen!

    Ich glaube, New York kämpft mit sich, wie jede Großstadt. Es gibt eine große Schere zwischen arm und reich und durch das Überangebot, was du beschreibst, stumpft der ein oder andere ab.

    Ich frage mich in Köln auch manchmal, ob der Mensch überhaupt dafür gemacht ist, mit so vielen anderen Menschen auf engstem Raum zusammen zu leben. Und Köln ist nicht ansatzweise vergleichbar mit NY. Die U-Bahnen! Der Wahnsinn 🙂

    Und trotzdem verzaubert dich ja was, oder? Schließlich lebst du schon eine Weile dort.

    Also! Schöne Grüße aus jeden Fall aus dem nicht ganz so vollen Köln,

    Christin

    • Liebe Christin,
      das ist ein interessanter Diskussionsansatz, ob der Mensch überhaupt dafür gemacht ist, mit so vielen anderen Menschen zusammen zu leben? Ich meine, in den letzten Jahren liest man immer mehr rund um das Thema „Alleinsein“ und das bewusste Austreten aus der Zivilisation und der trubeligen Gesellschaft. Denn manchmal wird es einfach zu viel. Es frisst Energie in einer Großstadt zu leben, so toll die Vorteile sind.

      Du hast das richtige Wort gefunden. Mich „verzaubert“ die Stadt tatsächlich und es scheint, dass ich sie mehr und mehr begehre, je länger ich hier bin. Vielleicht deshalb, weil ich sie akzeptiere. Ich glaube, New York muss man verstehen – den Vibe, die unterschiedlichen Viertel, die Entwicklung.

      Was wäre die Stadt ohne die verrückten Menschen oder die überfüllten Subways? Ich mag es, muss ich sagen. Denn es ist immer Bewegung und immer Aktion. Es gibt genausoviele Plätze, an denen man sich zurückziehen kann. New York hat zu viel von allem und im Moment finde ich das gut so.

      Viele Grüße nach Köln,
      Stefanie

  4. Du siehst es genauso kritisch wie ich 😀 Dein Artikel liest sich super und ist mal ein ganz anderer Beitrag zu den schon so oft gelesenen. Das mit den Ampelphasen hat man wirklich irgendwann raus. Am Anfang habe ich es gar nicht kapiert, wann wer bei Rot schon loslaufen kann, aber am Ende war ich dann auch so eine 😀
    An deinem Text finde ich ziemlich gelungen, dass immer wieder die Frage auftaucht, ob NY einen zum Arschloch macht. Ich mag so rote Fäden, die sich einmal durch ziehen.
    Also alle Daumen hoch! 🙂

    • Meist zeigt sich an der Ampel, wer schon länger hier ist und die Ampelschaltung überblicken kann; und wer gerade erst in New York angekommen ist und nach oben schauend um den Masten läuft, um zu sehen, auf welcher Straße man sich überhaupt befindet und wo nun Norden und wo Süden ist. Hat man dann die Orientierung, verlässt sie einen spätestens beim nächsten Gang in die unterirdische Subway. Und dann geht das Spiel von vorn los. Genau so erging es mir am Anfang auch und der impulsierende Menschenfluss macht es nicht unbedingt einfacher, mal in Ruhe zu schauen.
      Oh, ich finde rote Fäden sind wichtig. Danke für deine netten Worte.

      Einen lieben Grüß,
      Stefanie

  5. Berlin (wo ich wohne) ist zwar nicht New York, aber auch Berlin hat ähnliche Züge und lässt dich auch zum Arschloch werden. 😉

    Ich denke auch, dass es damit zu tun hat, dass einfach zu viele Menschen auf zu engem Raum zusammenleben. Viele sind mit diesem damit verbundenen Stress überfordert und reagieren aggressiv oder empathielos. Andere wiederum macht es nichts aus. Die Anonymität der Großstadt begünstigt das noch.

    Wie in New York gibt es auch in Berlin schöne Seiten. Es liegt wohl immer am Einzelnen, was man daraus macht. Auf jeden Fall konnte ich viele deiner Schilderungen 1:1 auf Berlin übertragen. 🙂

    LG Daniela

    • Liebe Daniela,
      das ist interessant, dass du viele dieser Eigenheiten New Yorks auf eine deutsche Großstadt beziehen kannst. Für uns Deutsche ist es nichtsbedeutend, dass man andere Leute streift, wenn man durch die Fußgängerpassagen einer Großstadt läuft. Es völlig normal, hin und wieder mal jemaden sehr nahe zu kommen ohne, dass wir uns entschuldigen. Die Amerikaner tun dies für Gewöhnlich mit ihrem „Excuse me!“. Freundlich. In New York ist es eher impulsiv.
      Schön sind deine letzten Worte, dass es immer auch schöne Seiten gibt. Das bestätigen sowohl die vielen Menschen, die in New York und auch in Berlin leben sowie die vielen jährlichen Besucher.

      Viele Grüße von
      Stefanie

  6. Das ist einmal ein ganz anderer Zugang zu dieser pulsierenden Stadt, ich kenne sie ja nur als Touristin und das ist ewig her. Liebe Grüße, Claudia

  7. Wow, super Artikel! Ich finde das wunderbar auf den Punkt gebracht, natürlich von einem besonderen Ansatz her betrachtet, aber das deckt sich in vielem mit meinen Erfahrungen. Gut auch, dass Du schreibst, dass das nicht New York City ist, da die Stadt ja viele Facetten hat.

    Ich selbst ticke auch sehr schnell, habe mir in (anderen) Großstädten beigebracht, Ampelschaltungen, U-Bahnen, Fußgänger-Überholen genauso anzuwenden und finde das immer spannend zu vergleichen. Nach NY kam ich nach 11 Entspannungstagen auf dem Schiff an und war entsprechend langsam – und traf endlich, erstmals in meinem Leben, nahe der Wallstreet auf Menschen, die schneller gingen als ich! Erstmals. Echt!

    Ich kann auch langsamer, und die meisten New Yorker auch. Die Stadt hat eine Wahnsinns-Energie und die meisten dort arbeiten hart, um sich ein Leben aufzubauen und leisten zu können. Daher sind sie so durchgetaktet. Ich würde dort glaube ich kaputt gehen.

    • Liebe Barbara,
      es ist schon so, dass man sich angewöhnt, schneller und schneller zu laufen, nicht? Interessant zu lesen, dass es dir auch so geht. Man wird im Fluss der Fußgänger quasi mitgerissen.
      Mensch, da bist du ja von einem Extrem ins andere gesprungen. Du kommst tiefenentspannt von der – ich nehme an – Transatlantiküberfahrt an und, ja jetzt finde dich zurecht auf den Straßen New Yorks. Bähm!
      Du hast vollkommen Recht. Um sich ein gutes Leben in New York zu ermöglichen, in dem man nicht nur für die Miete schuften geht, arbeiten die New Yorker hart. Zeit ist Geld.
      Danke dir für deine Gedanken und einen lieben Gruß aus New York von
      Stefanie

  8. Super Artikel, ich musste beim Lesen direkt lachen – ich habe mich nämlich daran erinnert, wie ich in New York nach dem Weg suchend fast eine Fußgänger-Massenkarambolage verursacht habe 😉 Die Stadt ist so faszinierend und voller Möglichkeiten… Eben die Stadt, die niemals schläft. Aber nach ein paar Tagen hatte ich auch das Gefühl, dass sie mich jede Menge Energie kostet. Trotzdem wird es dringend Mal wieder Zeit für einen Besuch!
    Viele Grüße
    Katharina

    • Hi Katharina,
      die Stadt ist eben etwas Besonderes und das soll sie auch bitte bleiben. Und vielleicht gerade aufgrund all dieser Punkte zieht es sie so viele Besucher an, die hautnah erleben wollen, wie es ist, mitten in Manhattan zu sein.
      Wann warst du denn das letzte Mal hier? Es verändert sich ständig etwas, nicht nur am Ground Zero, sondern auch am Hudson Yards ist schon länger eine riesige Baustelle und hier und da kommt mal eine neue Grünfläche hinzu.
      Viele Grüße,
      Stefanie

  9. Wunderbar geschrieben! Das Gefühl kenne ich nur zu gut – erst, als ich wieder in Europa war habe ich verstanden, wie rücksichtslos man irgendwie in bestimmten Hinsichten einfach wird. Weil man sonst in einer Stadt wie New York einfach untergehen würde, wie du schon geschrieben hast. Manchmal war das super anstrengend…aber irgendwie ist es auch einfach ein Teil der Stadt.

    Liebe Grüße,
    Alex

  10. Jetzt sitze ich gerade hier und lasse den Artikel auf mich sacken, ich war 1991 bereits einmal in New und reflektiere gerade in Gedanken deinen Text – damals bereits stimmten viele Deiner Aussagen. Trotzdem schaue ich mir 2017 erneut diese pulsierende Stadt an und werde mich dann bestimmt das eine oder andere Mal an deinen Artikel über NY erinnern und es erneut fü mich beurteilen. Danke!

    • Hallo Ralf,
      das ist doch spannend, nach so langer Zeit wieder New York zu besuchen, wo sich das Stadtbild jährlich verändert. Interessant zu lesen, dass du viele Ansichten auch auf deinen damaligen Besuch beziehen kannst.
      Viel Spaß auf deinem nächsten NY-Trip und immer offene Augen und Ohren,
      viele Grüße aus dem Big Apple,
      Stefanie

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