Ein täglicher Gedanke aus dem Leben in New York – Teil 3

Ein täglicher Gedanke aus dem Leben in New York – Teil 3

Leise aber stolz umhüllt der Herbst die Straßenzüge von New York. Und auch in der kühleren Jahreszeit bleibt New York dem Motto treu: Die Weltstadt schläft nie.

Mit meiner Vermutung, dass sich jeder New Yorker inklusive mir mit dem ersten Laubfall einschließen würde, lag ich falsch. Zu meiner Freude stelle ich fest, dass die Festlichkeiten, Paraden, Märkte und Aktivitäten im spätsommerlichen September und bunten Oktober nicht zu Ende sind.

Danke, New York!

Sechs Monate lebe und arbeite ich bereits in der pulsierenden Stadt. Jeden Tag erlebe ich ulkige Sachen. Ich beobachte Dinge, die mich verwundern. Und ich erfahre Sachen, die mir anderswo noch nie passiert sind. New York ist außergewöhnlich in vielen Hinsichten.

Ich möchte gern die kleinen und großen Gedanken meines New York Alltags teilen. Deshalb begann ich eine Artikelserie, in der ich rückblickend jeden Tag einen Gedanken, der mir zwischen den Betonklötzen aufblitzt, niederschreibe.

Im Teil 1 – Tägliche Gedanken in New York ging es um meine Ankunft in New York, die Eingewöhnungsphase und um den Frühling im Big Apple.

Im Teil 2 – Tägliche Gedanken in New York deckt den Sommer in der Stadt mit sämtlichen Veranstaltungen, Parkbesuchen aber auch die Hitzewelle in der Stadt.

Mit dem Teil 3 – diesem Artikel – geht der Sommer zu Ende. Eislaufbahnen sind in Manhattan bereits aufgebaut, der Central Park färbt sich orange, die Halloweenparade gleicht einem großen Karnevalsumzug und auch die Präsidentschaftswahlen stehen im September und Oktober im Mittelpunkt New York’s.

Im Teil 4 – Tägliche Gedanken in New York geht es um die Thanksgiving Parade, den NYC Marathon, die weihnachtlichen Dekorationen in der Stadt und dem ersten Schneefall für diesen Winter.

 

SEPTEMBER – HERBSTBEGINN UND OKTOBERFEST

1. September 2016

Dampf steigt aus den Gullis in dunklen Gassen unter einer spärlich leuchtenden Laterne – wie eine urige Filmkulisse. Tatsächlich wird Dampf abgelassen. Viele Häuser in New York werden mit heißem Dampf beheizt und der Überdruck wird so reguliert.

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2. September 2016

Den ganzen Vormittag habe ich den Geruch von Gegrilltem mit rauchigem Knoblauch in der Nase. Auf der Straße unter dem Bürofenster ist ein Foodmarkt aufgebaut.

3. September 2016

Habe mich heute mit einem Sicherheitsmann an der Ground Zero Gedenkstätte über die Bremer Stadtmusikanten unterhalten. Er kommt von den Bahamas und er hat zuerst das Thema angesprochen.

4. September 2016

Die Mall des Oculus ist bereits seit zwei Wochen geöffnet. Ich schaue mir das weiße Walross nun auch endlich von Innen an. Einige Geschäfte haben noch geschlossen. Viele Shoppinglustige gibt es noch nicht, dafür interessierte Touristen.

Der Oculus ist Pendlerknotenpunkt, Fußgängertunnel und Einkaufszentrum zugleich.

Sowohl Touristen als auch Manhattanite rätseln, was diese weiße Stahlkonstruktion mit interessanter Architektur eigentlich darstellen soll? Manche sehen ein Vogelskelett, andere einen Schädel mit Irokesenschnitt oder einen Stachelpanzer. Tatsächlich wurde der Oculus der „aufsteigende Phönix“ getauft.

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5. September 2016

Heute ist Labor Day. Das ist der Tag der Arbeit in den USA. An jedem ersten Montag im September wird die Spitze des Empire State Buildings – wie an den meisten US-Feiertagen – in den Farben Blau, Weiß und Rot angestrahlt.

Es ist mal wieder Anlass für einen Umzug durch die Stadt.

Im Prospect Park in Brooklyn findet eine Parade kreischender, farbenprächtig gekleideter Menschen statt, die sich im Steppschritt bautänzerisch nach vorn bewegen. Als westindische Parade angepriesen, erfuhr ich aber auch einen Mix von karibischem Flair und afrikanischer Atmosphäre. So recht interessiert es auch keinen, denn New York ist der lebende Melting Pot.

6. September 2016

Im Bryant Park wird zum Mittag Tischtennis gespielt. Eben solch kleine Dinge liebe ich an New York City.

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7. September 2016

Erstaunlich, wie laut aus manchen Kopfhörern die Musik dröhnt. Dabei wurden sie doch gerade entwickelt, damit man nicht die Songs der anderen hören muss. Nun sitze ich in der U-Bahn auch noch zwischen zwei Frauen, deren Musik überhaupt nicht harmoniert.

8. September 2016

Besuch aus Deutschland ist da. An der Wasserfront im südlichen Manhattan haben wir Freunden mit Anglern gemacht. In der zehnten Stunde am Abend sieht man durchaus viele Fischermänner entlang des Battery Parks. Ob die Fische gut schmecken? Selbst der Anglerfreund verneint es.

9. September 2016

Um ein gutes Foto von der reflektierenden Sonne an der Glasfront des One World Trade Centers zu schießen, schritt ich ein paar versteckte Stufen hoch – und huch, landete im Liberty Park. Der Park an der Gedenkstätte der ehemaligen Zwillingstürme ist zugänglich aber noch nicht offiziell eröffnet. Nur wenige Leute fanden an diesem sonnigen Spätsommertag in den Park. Für mich war es die Wohlfühloase weg vom Trubel aber doch mitten im Geschehen.

10. September 2016

Heute nehme ich an einem der vielen Läufe in New York teil. Hinter den meisten amerikanischen Läufen stehen Organisationen, die die Spendengelder für einen guten Zweck nutzen.

Bei diesem 5 km Lauf im Stadtteil Brooklyn gehen die Spendengelder in die Forschung und Entwicklung von Methoden zur Erkennung von Eierstockkrebs. Und darauf wurde der komplette Lauf ausgerichtet. Dahinter steht die Organisation TEAL – Tell Every Amazing Lady. Die Farbe Türkis dominierte. Es wurden auf der Bühne starke Frauen bejubelt, die den Krebs bekämpft haben. Einige Läufer rannten in Gedenken an eine liebe Verstorbene mit einem Foto auf dem T-Shirt.

Um den Lauf an sich wurde eine große Zeremonie organisiert, wie ich es mir in Deutschland nie vorstellen könnte. Es gab sogar Kekse mit Zuckerguss in Form des Eierstocks. Ich war beeindruckt und gerührt.

11. September 2016

15 Jahre sind seit den Terroranschlägen vergangen. An dem Gedenktag 9/11 hinterlassen Angehörige Blumen, Briefe und Fahnen an den eingravierten Namen an den zwei Wasserbecken. Es finden Zeremonien und Ansprachen statt.

Sobald die Sonne untergegangen ist, lassen zwei blaue Lichterstrahlen an die Zwillingstürme erinnern – Tribute in Light.

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12. September 2016

Mit all den gelben Taxis in New York stelle ich mir die Frage, wie teuer eine Taxilizenz für NYC ist? 1 Million Dollar. Der Preis dürfte aber durch Uber mächtig gesunken sein.

13. September 2016

Neben U-Bahn und Bussen gilt die Fähre als weiteres wichtiges – oft auch schnelleres – Verkehrsmittel. Ich schippere heute auf dem East River entlang bei untergehender Sonne entlang.

14. September 2016

Den Lauf des Hudson Rivers auf der Karte gefolgt. Der Fluss entspringt weit im Norden des Staates New York bis er nach etwa 500 km zwischen Manhattan und Staten Island in den Atlantik mündet.

15. September 2016

Inspiriert von meinen Freunden, die New York von weiter oben sahen, kaufte ich mir ein Ticket für „Top of the Rocks“. So nennt sich die Aussichtsplattform des Rockefeller Center. Einmal oben, kann man so lang bleiben, wie man möchte. Und das tat ich.

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16. September 2016

Die einwöchige Fashion Week in New York geht zu Ende. Vorgestellt wurde die Frühlingskollektion. Ist aber mehr oder weniger an mir vorbei gegangen. Man muss Prioritäten setzen in einer Stadt wie dieser.

17. September 2016

In meiner Mittagspause am Union Square Park habe ich Zeit, diese Ziffern an einem Gebäude zu analysieren. Die 15 aneinander gereihten digitalen Zahlen sind ein Kunstwerk und nennen sich Metronome. Sie zeigen auf die zehntel Sekunde die Uhrzeit an und auch wie viel Zeit dem Tag noch bleibt. Ziemlich verwirrend und meiner Meinung nach weniger kunstvoll.

18. September 2016

Ich fahre vom neuen Knotenpunkt im Oculus über die U-Bahnverbindung, dem PATH, nach New Jersey. Von deren Wasserfront hat man einen freien Blick auf die westliche Skyline von Manhattan. Gigantisch. Immer wieder.

new-jersey-Path-Blick-Manhattan

19. September 2016

Auch New York kennt das Oktoberfest. Heute findet unter der Manhattan Bridge in Brooklyn ein winziges Fest mit deutscher Schlagermusik statt. Das Bier hätte ich zu gern gekostet, aber die lange Menschenschlange hielt mich davon ab. Wie können auch nur zwei Bierschänke offen haben?

20. September 2016

Neben dem Oktoberfest finden Ende September besonders viele deutsche Märkte, Feste und Bierverkostungen im Big Apple statt.

21. September 2016

Einen feuerroten Sonnenuntergang am Battery Park an der Spitze Manhattans nach Feierabend eingefangen.

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22. September 2016

Im Brookfield Place, einem Einkaufszentrum in Lower Manhattan, fliegen Vögel umher.

23. September 2016

Solange man die Skyline vor sich hat und die Sonne untergeht, ist alles gut. Und gerade im September glüht der Himmel in der sinkenden Sonne jeden Abend. Noch ein paar schöne Fotos konnte ich im Queensborough Park im Stadtteil Queens machen.

24. September 2016

Im Washington Square Park treffe ich auf einen älteren Kunststudenten, der sein Wissen über das Anfertigen einer Skulptur ungehemmt mit mir teilt. Ich bin durchaus offen für informatives Wissen.

25. September 2016

In Brooklyn findet ein Street Fair statt. Essens- und Verkaufsstände sind entlang der Atlantic Avenue aufgebaut. Live Bands tragen zu einer gemütlichen Atmosphäre bei.

Doch was ich übertrieben amüsant fand ist der abgesperrte Bereich für die Säufer. Alle, die sich ein Bierchen gönnen wollen, müssen in einem mit Bändern und Schildern abgesperrten kleinen Fläche mit engen Stühlen verharren, bis sie ausgetrunken haben. Keinesfalls darf sich von diesem Bereich entfernen mit einem Plastikbecher voll Bier entfernt werden.

Kein Alkohol auf den Straßen! Auch nicht, wenn ein Markt auf den Straßen stattfindet.

26. September 2016

Die erste Wahlrunde der US-Wahlen 2016 findet in Hofstra University in Hempstead gleich bei mir um die Ecke statt.

27. September 2016

Im Stadtteil Queens gibt es einen Flushing Meadows Park, nahe dem selbst mich die Straßennamen verwirren. So verlaufen die 63. Avenue, die 63. Road und der 63. Drive parallel zueinander, bis das gleiche Dreierpack für die 64. und 65. wiederholt wird.

28. September 2016

Ich wandere durch den Meatpacking District, einem kleinem Viertel in Manhattan. Der Name ist auf die damals ansässigen Fleisch- und Schlachtbetriebe hier in New York City zurückzuführen. Es gibt heute noch den Tunnel, in dem Tiere transportiert wurden, um die Fußgänger in Manhattan nicht zu stören.

29. September 2016

Ich fange die letzten Sonnenstrahlen in der Mittagspause ein. Auf meiner Lieblingsterrasse verschwindet die Sonne ab 14 Uhr leider schon hinter den Hochhäusern.

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30. September 2016

Ich laufe über die Williamsburg Bridge und muss feststellen, dass diese ziemlich leer ist. Die meisten Besucher New Yorks wollen auf die Brooklyn Bridge. Auch wenn die Williamsburg Bridge nicht an die besonderen Bogenfenster herankommt, bietet sie nicht weniger tolle Blicke auf die umliegende Wasserfront von Manhattan und Brooklyn.

31. September 2016

Ich befinde mich im Fahrstuhl der Bücherei mit einem Herren, der sich köstlich darüber entflammt wie schmutzig die Politik und wie korrupt die Wahlen seien.

 

OKTOBER – HALLOWEEN, KÜRBISSE UND LAUBFALL

1. Oktober 2016

Heute schlendere ich durch die bisher von mir kaum erforschte Upper West Side. Ich stelle fest, dass die Häuserfassaden viel uriger wirken. Die Stahltreppen geben einen besonderen Touch. Und die Menschen bewegen sich nicht ganz so schnell.

upper-west-side-manhattan

2. Oktober 2016

Die LOVE Skulptur an der Ecke von 6th Avenue und 55th Street entdeckt. Es ist auch nur eine Skulptur mit den Buchstaben L, O, V und E.

3. Oktober 2016

Besuch aus Deutschland. Und der soll sich einmal fühlen wie die New Yorker.

Es geht direkt in eine der tollen Rooftop Bars. Was spiegelt den Lifestyle mehr wider, als mit einem 18 Dollar teuren Cocktail(chen) auf den Dächern über Manhattan der untergehenden Sonne zuzuschauen bis die Hochhäuser schließlich in der Dunkelheit erleuchten.

4. Oktober 2016

Der Herbst und damit das schmuddelige Wetter kommt langsam aber großspurig. Wenn zwischen den Betonklötzen der Regen herab prasselt und die Taxis durch die Pfützen fahren, hat das durchaus etwas Besonderes.

5. Oktober 2016

Heute schlendere ich durch die Straßen von Hells Kitchen. Das ist ein Stadtviertel unterhalb vom Central Park und an den Hudson River angrenzend.

Hells-Kitchen-Stadtviertel-New-York-City

6. Oktober 2016

Jetzt muss ich mir den Prunk vom Trump Tower nochmal mit anderen Augen anschauen. Bereits in der Lobby weiß man, dass hier nicht zu dünn aufgetragen wurde. Wen überrascht es? Marmor und Gold verzieren Wände und Böden und künstliche Wasserfälle plätschern mehrere Stockwerke hinab.

7. Oktober 2016

Ich staunte nicht schlecht, als ich zwischen der sechsten und der siebten Avenue auch eine 6 1/2 Ave entdecke. Die kleine Straße erstreckt sich aber nur über sechs Straßenblöcke.

8. Oktober 2016

Die Eislaufbahn am Rockefeller Center öffnet offiziell. Es ist der 80. Jahrestag, an dem diese Eisfläche aufgebaut wird.

Der große Weihnachtsbaum wird als Teil einer Zeremonie erst am 30. November beleuchtet. Dann werde auch ich mir die Schlittschuhe anschnüren.

9. Oktober 2016

Ich entdecke einen Gemeinschaftsgarten nach dem anderen in der Lower East Side. Das ist ein kleines Viertel im Osten Manhattans, das seine Geschichte im Drogenhandel hatte. Heute gewinnt es mehr an Bedeutung.

Mit den Gemeinschaftgärten holen sich die Bewohner die grüne Idylle nach Hause. Balkons gibt es selten und die öffentlichen Parks dienen nur der Erholung. Mehr auch nicht. Mitglieder des Gartenclubs pflegen die Gärten gemeinnützig, bauen Kräuter an oder erschaffen mit kleinen Springbrunnen gemütliche Sitzecken. Ich finde das super!

Gemeinschaftsgarten-east-village-nyc

10. Oktober 2016

Heute ist Columbus Day, ein nationaler Feiertag in den Vereinigten Staaten. Manche Läden haben geschlossen und auch Arbeitgeber können individuell entscheiden, ob dieser Feiertag ein freier Tag ist. Ich hatte Pech.

11. Oktober 2016

Ich mache einen geführten Stadtrundgang durch Midtown Manhattan. Das ist der Stadtteil in dem ich arbeite und meine Mittagspausen verbringe. Ich kenne das Viertel sehr gut und fand es eine gute Idee, diese Tour mitzumachen. Vielleicht entdecke ich etwas Neues, erfahre mehr Hintergründe oder nehme Gebäude, an denen ich täglich vorbei laufe, plötzlich mit anderen Augen wahr?

Keine zu gute Idee. Ich langweilte mich und verließ die Gruppe nach einer halben Stunde.

12. Oktober 2016

Vom Columbus Circle aus, einem Kreisverkehr an der südwestlichen Ecke des Central Parks, kann man im 360 Grad Blick die vielen neuen Wohnhäuser begutachten, die aus dem klassischen Stadtbild empor stoßen.

13. Oktober 2016

Ich entdecke an einer Litfaßsäule einen Zettel „Dear time, please slow down!“ – „Liebe Zeit, vergeh‘ doch bitte etwas langsamer“.

Auch wenn du die Straße schon fünfmal entlang gelaufen bist, entdeckst du auch beim sechsten Mal etwas Neues. Das liebe ich an NYC.

Notiz-Litfaßsaeule-new-york-city

14. Oktober 2016

Auch im Bryant Park wird die schöne grüne Wiese für die Eislaufbahn entfernt. Im Sommer schaute man von der Decke aus Filme auf der Leinwand im Park oder verbrachte die Mittagspause in den Klappstühlen auf der grünen Wiese.

15. Oktober 2016

Obwohl die Anzahl der Urlaubstage für die Amerikaner im Vergleich zu Deutschland sehr gering ausfällt, konnte ich zwei Wochen Urlaub herausschlagen. Von New York aus geht es nach Las Vegas und von dort starte ich einen Roadtrip durch die Nationalparks.

16. Oktober 2016

Von einer Stadt in der Wüste, in der alles auf den Tourismus ausgerichtet ist, erwartete ich nicht viel. Mich interessierte Las Vegas dennoch. Irgendetwas reizte mich. Und ich wurde positiv überrascht.

Ich selbst hauste in einem billigen Hostel, aber die schicken teuren Hotels sind öffentlich zugänglich. Jedes Hotel ist in seiner Architektur einzigartig und verkörpert eine bestimmte Stilrichtung.

Fontänen, dekorierte Lobbys, Palmen entlang des Strips, Sonnenschein und spielbegeisterte Besucher aus der ganzen Welt – ich fühle mich wohl.

Und auch die längste Spiralrolltreppe befindet sich in einem der schönsten Hotels und Casinos in Las Vegas, dem Caesers Palace.

runde-rolltreppe-caesers-palace-las-vegas

17. Oktober 2016

Ich nehme mit, was Las Vegas mir bietet und setze mich an einen einarmigen Banditen, genoss die neue Atmosphäre, machte Nutzung von den Freigetränken und kam mit einem Obdachlosen ins Gespräch, der mir einen Einblick in seine Spielstrategie gab. Er verließ das Casino am Ende des Abends sogar mit einem Plus von ein paar Dollar.

18. Oktober 2016

Auch in Las Vegas gibt es neben einem wundervoll nachgebauten kleinen Venedig, römischen Brunnen und Eiffelturm auch ein Manhattan.

19. Oktober 2016

Heute findet die zweite Runde des US-Wahlkampfes in Las Vegas statt. Für mich ist die Zeit aber abgelaufen und ich starte meinen Roadtrip durch Utah’s Nationalparks.

Nationalpark-Utah-Roadtrip

20. Oktober 2016

Im Antelope Canyon, wo ich mich durch die Felsspalten drücke, lerne ich einen Schweizer kennen. Er tourt drei Wochen allein mit seinen zwei Kindern durch den Westen der USA. Ich denke, wie mutig das doch ist. Dieses Treffen löste prompt einen Blogbeitrag aus: Was heißt es eigentlich, mutig zu sein?

21. Oktober 2016

Ich musste unbedingt auf rotem Kies und Schotter den Red Canyon hinauf. Ein paar kleine orangefarbene Felsen, aber traumhaft schön. Zum Glück waren nicht viele Wanderer dort, denn auf dem Weg nach unten hat es mir bestimmt dreimal die Füße weggezogen.

Die weniger ausgebauten Wege leiten meist zu schöneren Ausblicken.

Red Canyon Utah National Park USA

22. Oktober 2016

Ich habe diese Mobilität des Autofahrens vermisst. In New York ist ein Auto teuer zu unterhalten und unpraktisch. Und außerdem gibt’s die U-Bahnen, in denen es nie langweilig wird.

23. Oktober 2016

Ich treffe einen deutschen Sozialarbeiter in seinem Sabbatical. Er fährt seit Anfang des Jahres durch Kanada, die USA und möchte weiter nach Mexiko. Mit seinen aufregenden Erlebnissen, seinen Motorradpannen und der amerikanischen Gastfreundschaft war der Abend gefüllt.

24. Oktober 2016

Ich befinde mich im Dauer-Staun-Modus. Im Arches Nation Park befinden sich Felsbögen, die die Natur erschaffen hat. In den 90er Jahren ist ein Bogen kollabiert.

Nichts ist für die Ewigkeit!

Dort kam mir übrigens auch die Idee, Beiträge für solche Reiseziele zu sammeln, die u.a. von natürlichen Wettereinflüssen bedroht sind. Auch die stabil scheinenden Felsbögen habe eine begrenzte Lebenszeit.

25. Oktober 2016

Es sieht so aus, als hätte ein Riese seinen Fußabdruck hinterlassen. Der Canyonlands Nationalpark ist einer meiner Lieblinge auf diesem Roadtrip.

Canyonlands-National-Park-Utah

26. Oktober 2016

Ich liebe Roadtrips. Sie geben mir das Gefühl von Freiheit. Sie wecken und stillen meine Entdeckerfreude zugleich. Ich erfreue mich an den Dingen, die uns die Natur gibt.

Solch Erlebnisse erinnern mich wieder daran, mehr von dem zu tun, was mich glücklich macht.

27. Oktober 2016

Heute fahre ich einige Felsformationen im heiligen Monument Valley ab und hülle das Auto ordentlich in roten Staub ein. Bitte lasse es vor meiner Autoabgabe kurz und kräftig regnen!

28. Oktober 2016

Von allem was ich bisher auf diesem Roadtrip gesehen habe, ist der Grand Canyon in meinen Augen zwar gigantisch, aber durch die Besucherströme und meine Müdigkeit hielt sich das WOW in Grenzen. Es gab auf meiner Strecke weitaus mehr Orte, an denen ich sprachlos dastand, nur beobachtete und für ein paar Minuten nicht meine Kamera zückte.

29. Oktober 2016

Route 66 – eine Straße die Reiselust weckt, Freiheit verkörperte und heute für Nostalgie steht. Und damit bin ich am Ende meines Roadtrips, das Auto ist abgegeben und ich fliege wieder heim nach New York.

30. Oktober 2016

Ich hatte einen Nachtflug, auf dem ich sehr gut schlafen konnte, da ich von den letzten zwei Wochen sehr kaputt war. Ich kam zum Sonnenaufgang wieder in der Großstadt an.

Hallo New York! Schön wieder hier zu sein.

Irgendwie nahm ich an, die Zeitumstellung auf Winterzeit findet in den USA am gleichen Tag wie in Deutschland statt. Somit war für mich mit der zusätzlichen Umstellung der Zeitzonen die Sache erledigt, bis ich die Woche drauf überrascht bin, (noch) eine Stunde geschenkt bekommen zu haben.

31. Oktober 2016

Was wären Feierlichkeiten in New York ohne Paraden. An Halloween findet jedes Jahr eine der größten Straßenumzüge statt. Mitlaufen kann, wer kostümiert ist. Erstaunlich, wie viel Zeit und Mühe die Amerikaner in die Gestaltung der Kostüme stecken.

halloween-parade-umzug-in-manhattan

4 Kommentare

  1. Wow ein wirklich ausführlicher Bericht, den ich sehr gerne gelesen habe. Vor allem die Paraden ja die sind in Amerika wirklich was tolles. Da beneide ich dich grad 😉

    • Hey Manuela,
      ja, zu jeder Feierlichkeit wird eine Parade veranstaltet. Nicht, dass es mich stört. Der nächste Umzug findet übrigens am Thanksgiving Day nächste Woche statt. Wobei es sogar eine Vor-Parade am Vortag geben soll:)
      Einen schönen Gruß aus New York,
      Stefanie

  2. Wow hat ein wenig Ähnlichkeit mit Shoreditch in London! Weiß nicht ob du das kennst aber es erinnert mich ein wenig an die Gegend. auch sehr jung und sehr hipp und das Zentrum ist die bricklane. Kannst ja mal googlen und die Bilder vergleichen. Eine Frage hätt ich doch und zwar wollt ich dort immer hin, weiß aber nicht genau wo sich das befindet. Es handelt sich um das Titel foto des Films „es war einmal in Amerika“. ich glaub da sieht man den Hudson River aus ner Häuserecke herausstechen. Dort wollt ich hin, könnt aber in der von dir beschriebenen Gegend sein. Kurze Antwort wär toll 🙂 susanne

    • Hallo Susanne,
      An welches Viertel in New York/ Manhattan erinnert dich Shoreditch in London?
      Das Titelbild von dem Film sieht ganz schön urig aus. Man sieht die Manhattan Bridge und die verläuft über den East River. Da man auf dem Titelfoto auch das Empire State Building sieht, wurde das Foto von Brooklyn aus aufgenommen. Über den Hudson River verlaufen im Lower und Mid Manhattan gar keine Brücken. Dort gibt es nur Tunnel. Wenn du die Möglichkeit hast, schau es dir an! Ich finde es immer spannend, die Filmkulissen zu entdecken.

      Viele herzliche Grüße,
      Stefanie

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