Bettwanzen-Invasion auf Reisen – Wie du Bedbugs loswirst

Bettwanzen-Invasion auf Reisen – Wie du Bedbugs loswirst

Bettwanzen kommen einfach so, wissen aber nicht, wann Schluss ist. Sie nisten sich ein und fühlen sich offenbar gleich wohl.

Bettwanzenbefall!

Von alleine gehen die nicht wieder. Im Gegensatz, Bettwanzen pflanzen sich irre schnell fort. Etwa zehn Eier legt das Weibchen am Tag. Die geschlüpften Larven müssen während ihrer Entwicklung zur erwachsenen Bettwanze Blut saugen. Das würde nicht weiter stören, wenn sie nicht uns dazu benötigen würden. So saugen sie ihr Blut nachts, wenn wir schlafen.

Und das Versteckspiel geht los: Sie hausen in der Steckdose, im Bettgestell, im Möbelspalt, an der Matratze, in Kleidungsbund, in Hosentaschen und in Bikini-Nähten.

Eine ausgewachsene Bettwanze kommt bis zu einem Jahr ohne Blutsaugen aus.

Kein Grund zur Verzweiflung. Die meisten Bettwanzen übertragen keine Krankheiten. Sie fressen keine Löcher in die Kleidung. Sie sind nur lästig. Weiter unten findest du Tipps zur Bekämpfung dieser Bedbugs und Mittel gegen Bettwanzenbisse.

 

Ich dachte, das seien Insektenstiche

Ich liege dann also am Strand von Kuta Beach in Lombok. Die Sonne brennt und das Meer rauscht – einfach herrlich. Doch meine Haut juckt. Es hört nicht auf. Am Ohrläppchen, zwischen den Zehen, am Schlüsselbein. Was soll das?

Aus der angrenzenden Strandbar bringt mir ein Indonesier meinen georderten Mango-Smoothie und meint „Du hast Bettwanzen.“ Noch so einer. Das Mädchen neben mir aus dem Hostel sagt das auch. Natürlich habe ich keine Bettwanzen. Das sind Stiche von Insekten. Wo sollen die Bettwanzen denn herkommen? So ein Quatsch!

Er meinte: „Doch! Und die da drüben auch. Und siehst du die? Die hat die gleichen roten Punkte wie du.“

 

Bettwanzen bekämpfen

Noch am Strand kaufe ich mir mehrere Sarongs, die mir das Mädchen aus dem Hostel in ihrem sauberen Rucksack einpackt. Meiner ist mit Sicherheit infiziert. Im Hostel informiere ich den Besitzer. Er sollte Bescheid wissen. Daraufhin schmeißt er mich raus.

Wenn du im Hostel bist, dann

  • verlängere deinen Aufenthalt oder suche dir für ein paar Tage ein Einzelzimmer
  • besorge dir schwarze Tüten, helle Beutel gehen zur Not auch (im Supermarkt wurde ich nicht fündig, aber an Verkaufsständen liegen die Beutel zum Eintüteln bereit)
  • packe Kleidung, Handtücher, Schuhe und Taschen in die schwarzen Beutel und lege sie mind. einen Tag in die Sonne bei direkte Sonneneinstrahlung
  • Behältnisse, Bücher, Elektrogräte und Flipflops abbürsten oder feucht abwischen
  • kaufe dir ein neues Shirt, Strandkleid oder Sarongs während deine anderen Kleidungsstücke in der Sonne brutzeln
  • beziehe dein Bett neu und schlafe nach Möglichkeit ohne oder in den neu gekauften Sachen, denn nachts sind die Bettwanzen ungestört, beißen zu und vermehren sich
  • lasse die Wäsche, wenn möglich, heiß waschen und bügeln (Bedbugs sterben ab einer Waschtemperatur von 60 Grad ab)

Wenn du alles genauso machst und es hilft: Glückwunsch!

Wenn nicht, so wie bei mir, dann:

  • trenne dich von Sachen, die garantiert befallen sind wie Schlafsachen und Moskitonetz
  • wasche deine Sachen nochmal selbst im Waschbecken mit heißem Wasser und viel Seife
  • bügel die Sachen auf der höchsten Stufe und noch feucht (an der Stelle war ich so verzweifelt, dass ich Brandflecken oder ein Verziehen der Kleidungsstücke in Kauf genommen hätte)
  • träufel Eukalyptusöl aus dem Supermarkt auf Bettrahmen und in den Rucksack; Bedbugs mögen den Duft von Eukalyptus nicht; Lavendel-, Teebaum- oder Pfefferminzöl funktioniert auch (Ölflecken habe ich auch hier wieder in Kauf genommen)
  • lege Blätter der Bohnenpflanze um das Bett aus – die Beine der Bettwanzen verhaken sich in den feinen Blättern der Blattoberfläche
  • besorge dir vom Hostel nach Möglichkeit einen Staubsauger, mit dem du deinen Rucksack absaugst
  • kaufe Bedbugs-Killer-Spray in der Apotheke; sei vorsichtig, denn es ist für Matratzen vorgesehen und sollte nicht in direkten Kontakt mit Kleidung und der Haut kommen; auch hier wieder war ich so genervt von den Wanzen, dass ich meinen Rucksack und die Kleidung einsprühte, einwirken ließ und gründlich ausspülte

Wenn du im Hotel bist:

  • alles wie oben, nur hast du bessere Chancen auf einen professionellen Reinigungsservice mit Trockner (mind. 40 Grad), Bügeleisen und Staubsauger
  • bitte den Roomservice, das Bett sofort neu zu überziehen
  • lege nichts auf dein frisches Bett, stelle deinen Rucksack und all deine Sachen weit weg vom Bettrahmen, z.B. auf den Balkon oder ins Bad
  • schlafe ohne Kleidung, denn ohne Blut fehlt den Bettwanzen die Nahrung und sie vermehren sich weniger schnell

Wenn du auf dem Weg nach Hause bist:

  • genieße die letzten Urlaubstage und mache dir keinen Stress, die Dinger noch am letzten Tag deiner Reise loszuwerden (zu Hause hast du mehr Möglichkeiten und Platz, andere Kleidung, einen Trockner, Ofen und Gefrierschrank, um die Bettwanzen durch Hitze oder Kälte abzutöten)
  • trenne dich von Sachen, die befallen sein könnten und du die letzten Urlaubstage nicht mehr benötigst
  • kaufe dir neue Kleidung für den Flug um im Flieger nicht zerstochen zu werden
  • packe in Koffer oder Rucksack deine gesamte Kleidung in Plastiktüten und verknote sie
  • bitte jemanden, der dich vom Flughafen abholt, einen großen Müllsack für deinen Rucksack mitzubringen um die Vermehrung in Auto und Wohnung zu verhindern

 

Bettwanzen vermeiden

  • bei der Unterkunftswahl in den Bewertungen auf Bettwanzen achten
  • Matratze und Bettrahmen auf schwarze Kotpunkte untersuchen und ggf. Zimmer oder Unterkunft wechseln
  • auffällig sind Matratzen, die auf Gang, Balkon oder im Bad stehen (die wurden wegen Bettwanzenbefall eingesprüht)
  • auf Backpacker mit roten Punkten oder Juckreiz im gleichen Hostel achten (auch wenn die Bettwanzen nicht von diesem Hostel stammen müssen, so können sie sich schnell darin verbreiten)
  • gleiches gilt im Schlafwagen von Zügen und in Overnight-Bussen

 

4 Kommentare

  1. Was recht gut hilft gegen Bedbugs sowie Mücken, eine DIY-Salbe aus Vaseline und Pfefferminzöl. Diese recht wenig sparsam vor der Nacht auf die Haut reiben. Verteilt sich recht schnell und hält so ziemlich alle Krabbler wenigstens für ne Nacht ab. Sonst wäre ich auf meinem letzten Asien-Trip wohl gefressen worden… 😀

    • Hallo Ava,
      super, danke für deinen Tip. Pfefferminzöl hatte ich mir damals auch besorgt, aber direkt auf die Haut habe ich es nicht geträufelt. Mit Vaseline vermischt kann ich mir es aber gut vorstellen.
      Danke dafür und viele Grüße,
      Stefanie

  2. Genau das war der Grund. Die geringere Konzentration. Die meisten ätherischen Öle lösen sogar bei gesunden Menschen in hoher Konzentration Reaktionen aus. Hat die Natur ja auch nicht so vorgesehen, dass wir uns damit literweise einschmieren 😀

    Für die Krabbler ist alles, was WIR gerade so wahrnehmen können, bereit eine heftige Wolke. Daher kommt man mit nem kleinen Fläschchen Öl und ’nem Napf Vaseline auch ewig hin.
    LG!

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